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Krefeld
Prozess um Bayer-Kasino: Tendenz in Richtung Erhalt

Krefeld. Nach dem ersten mündlichen Verhandlungstag vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf um den Abriss des Bayer-Kasinos in Uerdingen ist eine Niederlage für den Eigentümer Bayer Real Estate wahrscheinlicher geworden. Das Gericht glaubt offenbar nicht, dass Bayer alle Möglichkeiten eines wirtschaftlich vertretbaren Erhalts des Gebäudes ausgeschöpft hat.

Hintergrund: Bayer Real Estate möchte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude abreißen, weil es nach Auffassung des Konzerns nicht zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen zu erhalten ist. Zudem bietet das Kasino-Grundstück die letzte Möglichkeit für einen Zugang des Chemparks zum Rhein. Nachdem Bayer einen Abrissantrag gestellt hatte, hat das Amt für Denkmalschutz beim Landschaftsverband Rheinland das Casino als denkmalwürdig eingestuft. Dagegen hat Bayer geklagt. Das Unternehmen glaubt weiter an einen Erfolg vor Gericht. Wie ein Bayer-Sprecher gestern auf Anfrage erläuterte, sei das zentrale Argument von Bayer nicht diskutiert worden: Demnach liegt das Bauwerk innerhalb der Zone, in der gemäß der europäischen Seveso-II-Störfall-Richtlinie keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden dürften. Damit entfallen für die Bayer-Juristen alle nicht-betrieblichen Nutzungen; betriebliche Nutzungen aber gebe es nicht.

Das 1961 eröffnete Kasino wurde von dem aus Krefeld stammenden Architekten Helmut Hentrich (1905 - 2001) gebaut, der zu den bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Er entwarf unter anderem das Thyssen-Haus in Düsseldorf. Denkmalschützer stufen den Uerdinger Kasino-Bau als industrie- und stadtgeschichtlich bedeutend ein. Das Urteil wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet.

(vo)
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