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Krefeld
Pünktlich zum Jubiläum in 2016: Caritas bilanziert Aufschwung

Krefeld: Pünktlich zum Jubiläum in 2016: Caritas bilanziert Aufschwung
Krefelds Caritas-Vorstand Hans-Georg Liegener blick auf ein erfolgreiches 2014 zurück und freut sich aufs 100-jährige Bestehen in 2016. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Die Caritas Heime gGmbH setzte 27,6 Millionen Euro um. Unter Strich blieb ein Plus von 500 000 Euro. Damit befindet sich der Betreiber von acht Senioren-Einrichtungen wieder auf einem wirtschaftlichen Kurs. Von Norbert Stirken

Die Krefelder Caritas Heime gGmbH hat ihre wirtschaftliche Durststrecke beendet. "Wir sind sehr zufrieden mit 2014 und haben knapp 500 000 Euro Überschuss erwirtschaftet", berichtete Hans-Georg Liegener, Vorstand des Caritasverbands Region Krefeld und Geschäftsführer der Caritasheime, gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts. Und das ohne Kündigungen und Lohneinschnitte.

Die Verantwortlichen blicken nach den Schwierigkeiten in der Vergangenheit nun mit Optimismus voraus: Höhepunkt soll ein Doppeljubiläum im kommenden Jahr werden. Sowohl der Caritasverband Krefeld als auch dessen Domizil Hansa-Haus werden 100 Jahre alt. Das sei der pure Zufall, berichtete Liegener. Denn das Hansa-Haus war in den Anfängen ein Büro- und Gewerbehaus, während des Nationalsozialismus Gestapo-Hauptsitz in der Stadt und später Hotel. Nach der Insolvenz des Eigentümers kaufte der Caritasverband die Immobilie.

Ausschlaggebend für die wirtschaftliche Kehrtwende hin zum Guten waren gleich mehrere Faktoren. Die Auslastung der Einrichtungen sei schon immer gut gewesen. Wesentlich sei jetzt ein besserer Pflegemix, informierte Liegener. Hinter der neutral klingenden Formulierung verbirgt sich die Beseitigung eines Verwaltungsmangels. In der Vergangenheit wurden einige Bewohner der Caritas-Heime offenbar aufwendig versorgt, ohne dass eine höhere Pflegestufe beantragt und damit abgerechnet worden wäre. Dies sei nachgearbeitet worden, erklärte der Geschäftsführer.

Darüber hinaus nutze die Caritas zum Beispiel im Einkauf in stärkerem Maße Synergien als in der Vergangenheit. Auch die Pflegesätze mit den Kassen seien zeitnah verhandelt worden, so dass Kostensteigerungen und Tariferhöhungen frühzeitig Berücksichtigung gefunden hätten, so Liegener. In den Caritasheimen sind knapp 600 Mitarbeiter in acht Einrichtungen beschäftigt, darunter 53 Auszubildende, 40 Ehrenamtler und 27 vom Bundesfreiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr. Der Jahresumsatz hat 27,6 Millionen Euro betragen.

Liegener ist stolz darauf, dass sie mittlerweile komplett auf Zeitarbeiter verzichten. "Wir stellen Fachkräfte auch dann unbefristet an, wenn wir nur eine Elternzeitvertretung suchen", sagte Liegener. Der Verwaltungsrat habe ganz klar vorgegeben, dass nicht auf Kosten des Personals gespart werden dürfe. Für die Alltagsbegleitung im ambulanten Pflegebereich suche die Caritas noch zehn Kräfte. Die so genannten 87b-Kräfte kümmern sich um den Teil, der aus "Pflege Lebensqualität macht", betonte Liegener. Das besonders qualifizierte Fachpersonal habe auch die Zeit für persönliche Gespräche mit den Bewohnern. "Wir rollen neuen Mitarbeitern einen roten Teppich aus." Mit diesem Bild macht Liegener die Probleme deutlich, geeignete Fachkräfte zu finden.

Dafür hat die Caritas eine andere Sorge weniger. Nach dem neuen Wohn- und Teilhabegesetz müssen die Seniorenheime bis 2018 barrierefrei und mit einem hohen Anteil an Einzelzimmern ausgestattet sein. "Unsere Häuser erfüllen mit Ausnahme des Marienheims alle Anforderungen", erklärte Liegener. Das Marienheim habe im Moment noch zu viele Doppelzimmer. Es gebe mehrere Alternativen, um den Mangel zu beseitigen. "Wir haben noch Zeit, die sachlich und wirtschaftlich beste Lösung zu finden", sagte der Geschäftsführer.

Quelle: RP
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