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Krefeld
Rat Pack: Hit für Hit Kult

Krefeld: Rat Pack: Hit für Hit Kult
Das Ratpack 2016 heizt dem Publikum ein: (v.l.) Mark Adams (als Dean Martin), Stephen Triffitt (als Frank Sinatra), George Daniel Long (als Sammy Davis Jr.). FOTO: promo
Krefeld. In den 60er Jahren schrieben Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. Showgeschichte - als Rat Pack. Zum 100. Geburtstag Sinatras gab es jetzt eine Show mit den großen Songs des Trios. Von Mojo Mendiola

Wer in einer so großen Stadt wie Hamburg nicht etwa die Barclaycard Arena, sondern "nur" die feine, aber kleinere Kulturfabrik Kampnagel füllt, darf kaum hoffen, in Krefeld den König-Palast auszuverkaufen. Und obwohl sehr viele Gäste von auswärts angereist waren, blieb jetzt die Hälfte der Plätze leer, als "Sinatra & Friends" dort gastierten.

Dabei kamen die Fans des "Rat Pack" genannten Trios Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. musikalisch durchaus auf ihre Kosten. Sinatra-Darsteller Stephen Triffitt, bereits seit 15 Jahren Imitator seines Idols, begann mit "Fly With Me" und "You Make Me Feel So Young". Er überzeugte nicht nur mit Stimme und Phrasierung bis ins Detail, sondern ahmte auch die Lieblingsgeste seines Stars nach, jenen der ausladenden Handbewegung folgenden und sich himmelwärts richtenden Schmachtblick. Mark Adams als Dean Martin ging mit Songs wie "King Of The Road", "Things" und "That's Amore" ebenfalls ohne Tadel durch, inklusive der etwas nachlässigen Aussprache beim Singen, bei der man nie genau wissen konnte, ob sie Martins erst spät erlerntem Englisch oder seinem Whisky-Pegel geschuldet war.

Und George Daniel Long meisterte seinen Part als Sammy Davis Jr. und vermochte mit seiner Interpretation von "Mr. Bojangles" vielleicht gerade deshalb anzurühren, weil sie nicht hundertprozentige Imitation war. Hit folgte auf Hit, für "Strangers In Night" flanierte Sinatra sogar durchs Parkett. Die drei jungen Damen, die als Backgroundsängerinnen auftraten, machten ihre Sache ebenfalls prima, und als aus deren Mitte in der zweiten Hälfte ein Remake von Nancy Sinatra hervortrat, sang das Publikum bei "These Boots Are Made For Walking" sogar ein bisschen mit und ließ sich vom Duett "Something Stupid" mit Papa widerstandslos bezaubern.

Unterstützt wurden die Stimmen, die im Herren-Trio zum Beispiel "Side by Side" hinflachsten oder alle sechs zusammen einen mitreißenden "Bad Bad Leroy Brown" schmetterten, von einer ausgezeichnet swingenden Band unter der Leitung von Dominic Barlow. Und so hätte alles wunderbar sein können, wenn die Inszenierung auch nur annähernd etwas von der Lässigkeit und Provokanz hätte wiederbeleben können, mit der das "Rat Pack" und seine oft spontanen Einfälle in den Sechzigern im Sands Hotel in Las Vegas zur Legende wurden. Schon ein paar Brocken Deutsch mehr bei den Witzeleien zwischendurch hätten ein wenig aufpeppen können. Dennoch: Am besten getroffen war Frank Sinatra, die wärmste Ausstrahlung verbreitete, wie einst im richtigen Leben, der gedoubelte Dean Martin, und der Pfiffigste auf der Bühne war der wiedererstandene Sammy Davis Jr..

Quelle: RP
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