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Krefeld
Rathaus Hüls: Antrag zur Privatisierung

Das alte Rathaus Hüls in Krefeld
Das alte Rathaus Hüls in Krefeld FOTO: L. S.
Krefeld. Wegen dringenden Sanierungsbedarfs beantragt Bezirksverordneter Wolfgang Eitze einen fraktionsübergreifenden Beschluss, das Rathaus zu verkaufen und zurück zu mieten. Das könne auch ein Vorbild für weitere Stadtteil-Rathäuser sein. Von Jochen Lenzen

Der parteilose Hülser Bezirksverordnete Wolfgang Eitze hat für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung am morgigen Mittwoch einen Antrag formuliert, nach dem alle Fraktionen die Einleitung eines Verfahrens zur Privatisierung des Hülser Rathauses beschließen sollen. Zu dem Antrag gehört auch die Anregung, dass der entsprechende Beschluss - so er denn eine Mehrheit findet - auch als Vorbild für weitere betroffene Stadtteilrathäuser verwendet wird.

"Das denkmalgeschützte Hülser Rathaus befindet sich in einem katastrophalen Zustand und wird zu einer Ruine und einem Schandfleck verkommen, für den wir uns schämen müssen", sagt Eitze. Er verweist auf den "dringenden Sanierungsbedarf" und nennt als Beispiele unter anderem die Wärmedämmung von Dach und Keller, die Fenster und Türen, Elektro- und Sanitärinstallationen. Auch die Barrierefreiheit - Stichwort Aufzug - sei ein wichtiges Thema, das ja auch seitens der SPD bereits mehrfach angesprochen wurde.

Was die Sanierung des Hülser und auch anderer Stadtteil-Rathäuser angehe, müsse "die ewige finanzielle Belastung durch langfristige Flickschusterei" endlich beendet werden. "Bei einem Haushaltsdefizit von aktuell 38,3 Millionen Euro und dem angestrebten ausgeglichenen Haushalt bis 2020 wird in den nächsten vier Jahren nur das Allernötigste an Reparaturen an unserem Rathaus erledigt", fürchtet Eitze, falls das Rathaus nicht privatisiert werde.

Konkret fordert der morgen zur Beratung und Diskussion anstehende Antrag, ein Gutachten über den Zeitwert des Rathauses in Hüls in Auftrag zu geben und ein Pflichtenheft für die vorgesehenen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten anfertigen zu lassen.

Dabei sollen unter anderem Energieeinsparung sowie Brand- und Denkmalschutz berücksichtigt werden. "nach Abschluss aller vorbereitenden Maßnahmen seitens der Verwaltung und Beratungen in den Ausschüssen wird in der nächstmöglichen Sitzung des Stadtrates partei- und fraktionsübergreifend abschließend beraten und beschlossen, das Rathaus Hüls zur Privatisierung und Rückvermietung (Sale and lease back"-Modell) an die Stadt Krefeld öffentlich auszuschreiben", heißt es in dem Antrag weiter. Schließlich soll der Stadtrat bei Vorliegen eines akzeptablen Angebots den Beschluss zur Privatisierung fassen, der auch als Vorbild für weitere betroffene Stadtbezirksrathäuser verwendet werden soll.

Quelle: RP
 
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