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Tausende Kunden betroffen
Razzia wegen Lottobetrugs - Drahtzieher aus Krefeld

Krefeld. Mehrere tausend Kunden von nicht genehmigten Lotto-Tippgemeinschaften aus ganz Deutschland sind zwischen 2013 und 2015 um mindestens fünf Millionen Euro betrogen worden. Der Drahtzieher stammt offenbar aus Krefeld. 

Der Geschäftsmann, der mittlerweile zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, hatte nach Angaben der Ermittler potenziellen Kunden für eine international agierende Betrügerbande angeworben. Er soll nur einen Bruchteil der Monatsbeiträge der Lottospieler als Einsatz verwendet haben. Jeder Spieler musste pro Monat rund 50 Euro zahlen.

Die Ermittlungen, die vom Polizeipräsidium Krefeld koordiniert wurden, gingen allerdings weit über die Stadtgrenzen hinaus. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krefeld wurden bereits am 2. November mit Unterstützung der Polizei vor Ort Firmen und Privaträume in Koblenz, Frankfurt am Main, Offenbach und Mülheim an der Ruhr durchsucht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschfat am Dienstag mit. Zeitgleich wurden mit Hilfe der Steuerfahndung Düsseldorf und des Landeskriminalamtes NRW Geschäftsräume in Riga (Lettland) durchsucht. Die Beamten stellten dabei umfangreiches Datenmaterial und zahlreiche Unterlagen sicher.

Gesamtschaden liegt bei mindestens fünf Millionen Euro

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, die Mitglieder ihrer nicht genehmigten Tippgemeinschaften um Großteile ihrer Wetteinsätze betrogen zu haben. Sie sollen die Monatsbeiträge über einen ausländischen Zahlungsdienstleister per Lastschriftverfahren eingezogen haben. Dabei entstand zwischen 2013 und 2015 ein Gesamtschaden in Höhe von mindestens fünf Millionen Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass die mutmaßlichen Täter ihre Geschäfte ins Ausland verlegt haben, um den deutschen Behörden aus dem Weg zu gehen.

Während der Razzia konnten die Polizeibeamten der Ermittlungskommission "Pay" auch den 51-jährigen Hauptverdächtigen festnehmen. Er befindet sich nun in Untersuchungshaft. Konten des Beschuldigten wurden gepfändet.

(js/afp)
 
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