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Krefeld
Redelings punktet beim Publikum mit Pointen aus dem Fußball-Leben

Krefeld: Redelings punktet beim Publikum mit Pointen aus dem Fußball-Leben
Er kennt und liebt die Fußballwelt: Ben Redelings plaudert, ohne seine Protagonisten in die Pfanne zu hauen. FOTO: VA
Krefeld. Fußball ist nicht nur reiner Sport, er ist auch voller Anekdoten. Wie beispielsweise die von Wolf-Dieter Ahlenfelder, jenem Schiedsrichter, der am 8. November 1975 ein Bundesligaspiel nach 32 Minuten abpfiff, weil er betrunken war. Oder die vom schottischen Trainer John Lambie, der einem Spieler, der nach einem Zusammenprall nicht mehr wusste, wer er war, sagen ließ, er sei Pelé, der wohl beste Spieler aller Zeiten. Der Spieler soll laut Beobachtern daraufhin das Spiel seines Lebens gemacht haben. Von Sven Schalljo

Solche Geschichten brachte jetzt im Südbahnhof der Fußball-Comedian Ben Redelings seinen Zuschauern nahe. Dass es hilfreich ist, die Spieler und Funktionäre, über die er erzählt, zu kennen, versteht sich. Eine Voraussetzung ist es aber keineswegs. Außerdem sehr wohltuend: Redelings haut die Protagonisten nicht in die Pfanne. Im Gegenteil. Auch den heftigsten Aussetzer beschreibt er auf eine Art, dass er am Ende als Schrulle dasteht.

Wie die Geschichte von Ansgar Brinkmann, der in seiner Karriere auch in Uerdingen spielte. Der "weiße Brasilianer", wie er genannt wurde, soll einmal einen Sieg mit Mannschaftskameraden derart gefeiert haben, dass sie - so der Polizeibericht - "einen Straßenzug von 80 Metern in Schutt und Asche legten". In der Erzählung des Comedians sind die Details wie zerstörte Schaufenster, Bushaltestellen durchaus enthalten. Hängen bleibt aber eher die nette Konversation mit den Polizisten, die dem Treiben ein Ende setzten.

Redelings liebt den Fußball und seine Akteure, das ist zu spüren. Er kennt sich aus, er sammelt Geschichte und Geschichten und verpackt sie in Bücher, von denen er viele geschrieben hat, und in Bühnenprogramme. Diese wirken nicht einstudiert, oft improvisiert und dadurch umso liebevoller und stärker, aber auch lustiger und authentischer.

Und so geriet die Geschichte "als die Axt den Toaster warf" zur Randnotiz. Es geht um Winnie "the axe" Jones, der im Streit Englands Legende Gary Linker mit Toast beworfen haben soll. Englands Sportminister sagte dazu: "Das kann ich bestätigen. Nur nahm er den Toast nicht aus dem Toaster." Ben Redelings sorgte mit all diesen Anekdoten für einen lustigen, kurzweiligen Abend. Nur eins verfehlte er: Als Reminiszenz an Ahlenfelder wollte er den zweiten Teil auf 32, den ersten auf 45 Minuten beschränken. Das verpasste er und spielte insgesamt fast zwei Stunden. Übel nahm es ihm niemand.

Quelle: RP
 
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