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Krefeld
Regen trübt den Ertrag bei der Gerste

Krefeld: Regen trübt den Ertrag bei der Gerste
Die Bauern im Kreis Viersen sind enttäuscht über die Gersteernte. FOTO: FHB
Krefeld. Die Bauern hoffen, dass die Ernte nicht zur Hängepartie wird und keine weiteren Qualitätsprobleme drohen. Von Joachim Niessen

Rheinische Bauern schauen derzeit vor allem in Richtung den Himmel: Für sie geht es derzeit um das Thema "Korn" und das aus gutem Grund, so der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). "Um die Gerste ernten zu können, muss einige Tage die Sonne geschienen haben, so dass das Korn trocken ist. Sonst ist die Feuchtigkeit in den Körnern zu hoch und das Getreide kann nicht gelagert werden", erklärt der Vorsitzende der Krefelder Kreisbauernschaft, Paul-Christian Küskens. "Die Bauern hoffen jetzt, dass die Ernte nicht zur Hängepartie wird."

Am Wochenende - etwa zwei Wochen später als im Durchschnitt der Jahre - hat die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen begonnen. Wie die Landwirtschaftskammer NRW meldet, schätzen Experten die Erträge bei Gerste in diesem Jahr nur mittelmäßig ein, bei eher schwacher Qualität. Die Bauern brauchen den Sonnenschein. In diesen Tagen läuft üblicherweise die Gerstenernte, die den Trend für das Ergebnis der Getreideernte anzeigt. Vieles spricht dafür, dass die Ernte unter Umständen nicht das Niveau des Vorjahres erreichen kann. "Grund dafür ist der andauernde Regen in den vergangenen Wochen. So hat es bei der Blüte des Weizens nur geregnet, daher sind die Ähren teilweise nicht vollständig besetzt. Zu hoffen bleibt, dass keine weiteren Qualitätsprobleme drohen. Die meisten Landwirte haben sich auf die schwierigen Bedingungen mit entsprechenden Pflanzenschutzmaßnahmen ausgerichtet", so Küskens.

Beim Anbau von Gerste wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden, wobei Wintergerste in Deutschland bedeutender ist, so der RLV. Wintergerste wird von Mitte September bis Anfang Oktober mit etwa 230 bis 350 Körnern/pro Quadratmeter ausgesät. Sommergerste wird im Frühjahr von Ende Februar bis Anfang April gedrillt, das heißt gesät. Die Ernte der Gerste erfolgt im Juli/August. Gerste wird unter anderem als Futtermittel verwendet. Bekannt ist Gerste vor allem als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Malz für Brauereien. Hierbei kommt überwiegend Sommergerste zum Einsatz, die sich besonders durch einen Proteingehalt von maximal 11,5 Prozent auszeichnet.

Auch Zuckerrüben und Mais leiden derzeit im Wachstum unter Staunässe. Dem Boden fehlt Sauerstoff. Dies ist aktuell an vergilbten Pflanzen zu erkennen. Katastrophal sieht es am Niederrhein aus. In den Kreisen Wesel und Kleve stehen in einigen Regionen auch Wochen nach den letzten Starkregen viele Flächen unter Wasser. "Es kann davon ausgegangen werden, dass dann nichts mehr zu retten ist", betont der Vorsitzende. Gerade die Kartoffeläcker leiden unter dem Regen und der Nässe. Viele Flächen könnten aufgrund der Nässe aber nur eingeschränkt befahren werden. Die Getreidepreise haben aktuell den tiefsten Preis seit fünf Jahren erreicht. Pro Dezitonne Weizen würden den Ackerbauern rund vier Euro fehlen, wenn der Preis so bliebe. Die Vollkosten könnten nicht gedeckt werden. Mit einem Plakat "Wir machen Korn" wollen die Bauern auf die Vielfalt der erzeugten Lebensmittel hinweisen. Auf jedem Essenstisch finden sich Körner. Sei es im Müsli, im Brot oder sogar Bier, wir Deutsche lieben Getreide in jeglicher Form. Mit Mehl aus Hafer, Weizen, Dinkel und Co. werden auch Pizza, Nudeln, Kuchen und Plätzchen produziert. Diese Vielfältigkeit ist es, die Getreide zu einem Grundnahrungsmittel macht, stellt der RLV fest.

Im Rheinland wird am häufigsten Weizen (107.000 Hektar) angebaut, gefolgt von Gerste im Umfang von 35.000 Hektor. Danach folgen Mais, Roggen und Hafer.

Quelle: RP
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