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Krefeld
Reges Interesse an Lösches neuen Gedichten

Krefeld. Der Lese-Abend aus den "Lichthof"-Manuskripten der Krefelder Dichterin fand großen Anklang. Von Mojo Mendiola

Schon dem ersten Lyrikbändchen von Viktoria Lösche, betitelt "Ghetto für Blumen", hatte Eugen Gerritz zum Erfolg verholfen, diesmal tat er sich sogar mit dem Ex-OB Dieter Pützhofen sowie der Verlegerin Barbara Düsselberg, der stellvertretenden Mediothek-Chefin Evelyn Buchholz, der Journalistin Renate Wilkes-Valkyser und Georg Dammer vom Südbahnhof zusammen, um eben dort erneut eine Gedichtsammlung von Lösche zu promoten.

Auf Subskriptionsbasis könnten die etwa 60 Gedichte der Autorin im Sassafras-Verlag erscheinen. Mindestens 350 Vorbestellungen wären dazu nötig, und die Lesung im prima besetzten Südbahnhof bildete den Auftakt zu der Kampagne mit dem Ziel, eben diese Anzahl zu erreichen. Gut 30 verbindliche Reservierungen hatte es im Vorfeld schon über Insiderkanäle gegeben.

"Lichthof" soll das Büchlein heißen, und zum Auftakt erklärte Lösche, wie sie das verstanden wissen möchte. Die Aura zum Beispiel, die um eine Lichtquelle herum sichtbar wird, und der Innenhof, der Tageslicht in ein Gebäude bringen soll, haben Pate gestanden. Die Autorin begann mit einigen älteren Gedichten. "Winter adé" war von Matthias Claudius inspiriert, und darin trat statt eines Eiskunstläufers ein Kunsteisläufer auf. In "Kirche" hieß es: "Unpaarig, geizgeil und kinderarm - auf Rauchsäulen ruht unser Himmel". Neuere Werke widmeten sich dem Schreiben selbst und auch dem Scheitern. "Intensive Station", "Zungenzeiger" und "Porzellanmutter" blieben im Gedächtnis. Unsere ach so modernen Zeiten nahm sie in "Klick 278" aufs Korn: "Das Tempo verschlägt die Verse - kein Gedicht, ein Foto, jetzt gleich" und in einem entlarvenden Gedanken zu den zahllosen im öffentlichen Raum geführten Handy-Telefonaten: "Hier bin ich, wo bist Du?"

Eine weitere Abteilung erinnerte an sterbende Worte aus dem Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm mit Schätzchen wie "Vertigo" und "Brosamen". Der angenehm natürliche und doch klar pointierte Vortragsstil der Dichterin trug ebenfalls dazu bei, dass ihre kompakten, aber mit inspirierenden Gedanken prall gefüllten Texteinheiten leicht in Ohr, Herz und Verstand des literaturkundigen Publikums fanden.

Und so wuchs die Zahl der Subskribenten.

Quelle: RP
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