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Krefeld
Reine Gesänge des Schönhausen-Chors am Rhein

Krefeld. Voll besetzt war die Kirche St. Matthias Hohenbudberg zum frühsommerlichen Konzert des Schönhausen-Chors am Rhein. Unter dem feinsinnigen Dirigat von Joachim Neugart brachte das Ensemble Lieder zum Thema "Farewell" zu Gehör und fächerte ein breites Spektrum an musikalischen Ansätzen und inhaltlichen Deutungen des Abschieds-Motivs auf.

Eine erstaunlich rhythmusbetonte, vom Zeitgenossen Burkhard Kinzler besorgte Bearbeitung des barocken "Es geht eine dunkle Wolke herein" machte den Anfang, dicht gefolgt vom ersten Höhepunkt des Abends, der Motette "Bring Us, O Lord God" von William Henry Harris (1883 - 1973) nach einem ebenfalls barocken Text. Herrlich gestalteten die Schönhauser die doppelchörige Anlage des Stücks, entwickelten eine einnehmende Wärme im Klang und unterstrichen auch sonst ihre bekannten Qualitäten in Sachen Brillanz, Transparenz und Textverständlichkeit. Ebenfalls herausragend gelang das titelgebende Werk des Zeitgenossen Michael Berkeley. Obwohl der von Milton, Shakespeare und Speller inspirierte Text sehr nach endgültigem Abschied klang und die Komposition mit schwierig zu singenden Dissonanzen gespickt war, klang die Interpretation einladend versöhnlich.

In zwei eingeschobenen Blöcken brachte das Flöten-Quartett "VerQuer" mit Max Zelzner weltmusikalische und jazzig-poppige Farben ein. Bemerkenswert fürs Auge: die selten zu sehenden Bass- und Kontrabass-Flöten von Britta Roscher. Besonders hörenswert und wunderbar fröhlich perlte Heiner Wilbernys Township-Jive "Ulla in Afrika", und den stürmischsten Applaus ernteten die Vier mit Michael Jacksons "Beat It", garniert mit Zelzners "flute boxing". Nach einem rhythmisch hochinteressanten "Virga Jesse floruit" von Colin Mawby (geb. 1936) und einem zweiten zeitgenössischen Arrangement des Auftakt-Titels nahm der Chor an den Wänden entlang Rundumaufstellung und begeisterte mit James Moores ergreifend schönem "An Irish Blessing", nach dessen tröstlicher Zeile "until we meet again" das Publikum unbedingt auch noch das Abendlied von Matthias Claudius hören wollte.

(MoMe)
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