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Rp-Serie Nacht Der Offenen Kirchen
Reliquie des heiligen Kaisers Heinrich II.

Rp-Serie Nacht Der Offenen Kirchen: Reliquie des heiligen Kaisers Heinrich II.
Gefasst in einem Kunstwerk des Krefelders August Pigulla befindet sich die seltene Reliquie - ein Knochensplitter - des heiligen Kaisers Heinrich II. Eine Originalurkunde des Bamberger Erzbischofs Jacobus von Hauck bestätigt die Echtheit der sakralen Kostbarkeit. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Der 81-jährige Uerdinger Aloys Hoersch hat die seltene sakrale Kostbarkeit mit einer Originalurkunde des Bamberger Erzbischofs Jacobus von Hauck geerbt und würde sie den Organisatoren der Nacht der offenen Kirchen ausleihen. Von Norbert Stirken

Sakrale Kostbarkeiten gibt es viele: Der Schatz im Besitz des Uerdingers Aloys Hoersch ist unbezahlbar, die Geschichte der Reliquie des heiligen Kaisers Heinrich II. aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen, der vor rund 1000 Jahren starb, nahezu unbekannt. Für das kleine Stück Knochen des heiligen Mannes aus Bamberg hat der Krefelder eine Fassung von dem renommierten Künstler August Pigulla fertigen lassen. Gemeinsam mit einer Originalurkunde vom 2. Januar 1939, ausgestellt vom damaligen Bamberger Erzbischof Jacobus von Hauck in Kirchenlatein, hat der 81-jährige Hoersch in seinem Schlafzimmer einen würdigen Platz hergerichtet, um die Familienerbstücke für sich präsent zu haben. Die Reliquie erinnere ihn stets an seinen Vater Heinrich, der sie von dem Uerdinger Pastor der Pfarre St. Heinrich, Paul Müller, anlässlich seines Namenstages zum Geschenk erhalten habe, berichtet Aloys Hoersch.

Heinrich Hoersch war ein frommer Mann - auch während des Zweiten Weltkriegs, als Religionsunterricht verboten war. Damals gehörte der Kaufmann und Eisenhändler zu einem Kreis von Männern um Oberpfarrer Franz Josef Firmenich, die sich im Verborgenen trafen, um sich und andere im christlichen Glauben zu festigen. "Ich erinnere mich noch genau, wie standhaft mein Vater war", sagte Aloys Hoersch. Eines Tages sei sein Bruder nach Hause gekommen und habe im Auftrag seines Lehrers nachgefragt, ob sie ein Führerbild im Haushalt hätten. "Mein Vater hat gesagt, natürlich haben wir ein Führerbild, und meinem Bruder dann ein Foto von Papst Pius XII. gezeigt", berichtet der Uerdinger. Ebenso natürlich sei er darauf hingewiesen worden, niemals zu erzählen, wer auf dem "Führerbild" zu sehen sei.

Der Uerdinger besitzt eine russisch-orthodoxe Ikone aus Griechenland vom Berg Atos . FOTO: Lammertz Thomas

Die Reliquie und die Urkunde seien bis zum Tod der Mutter in deren Eigentum gewesen. Wie Pfarrer Müller seinerzeit deren habhaft geworden sei, wisse er auch nicht, erklärte Aloys Hoersch. Versichern lasse sich solch eine seltene Kostbarkeit nicht. "Ich habe bei mehreren Gesellschaften angefragt", sagte der 81-Jährige, der die Reliquie den Organisatoren der Nacht der offenen Kirchen gerne zur Verfügung stellen würde. Klaus Norbert Kremers und Bettina Steinhaus hatten in der Rheinischen Post aufgerufen, interessante und seltene Gegenstände anzubieten, die am 12. Mai 2017 mit ihrer Geschichte ausgestellt werden könnten. Papst Eugen III. hat den römisch- deutschen Kaiser Heinrich II. 1146 heilig gesprochen; einige spätere Geschichtsschreiber bedachten ihn daher mit dem Beinamen "der Heilige". Heinrichs Regierung gilt als eine Zeit der Intensivierung und der Zentralisierung der Königsherrschaft. Er festigte das Reich durch noch engere personelle und politische Verflechtungen mit der Kirche. Durch Schenkungen und Neugründungen wurden insbesondere die Bistümer im Reich als Stützen der königlichen Herrschaft gestärkt. 1007 gründete Heinrich das Bistum Bamberg. Der König beanspruchte in zunehmendem Maße Dienstleistungen der Kirchen. Zudem förderte er die beginnende Klosterreform.

Wer Raritäten für die Nacht der offenen Kirchen hat, kann sich bei Klaus-Norbert Kremers unter Rufnummer 02151 43649 melden.

Während der Zeit des Nationalsozialismus hing im Hause Hoersch ein ganz besonderes Führerbild. FOTO: Lammertz Thomas
Quelle: RP
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