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Krefeld
Revolution beim Imbiss auf der Straße

Krefeld: Revolution beim Imbiss auf der Straße
Jacqueline Seiler, die sonst mit ihrem Stand auf der Hochstraße steht, bot beim Streetfood -Market ausnahmsweise auch Schweizer und Thai-Bratwürste an. FOTO: Mark Mocnik
Krefeld. Beim Streetfood-Market auf der Rennbahn im Stadtwald zeigten am Sonntag mehr als 30 Anbieter, was die neuen Trends sind. Von Otmar Sprothen

In Asien gehören sie zum Straßenbild, in den USA wurden sie hip und wandelten sich zu hochmodernen Food-Trucks, und jetzt liegen Streetfood-Märkte auch in Krefeld im Trend, wie der gute Besuch des dritte Streetfood-Markts gestern auf der Rennbahn bewies.

Das Publikum ist sichtbar jünger als bei anderen Events. Mehr als 30 Stände, Buden und Food-Trucks laden zum Schauen und Schmausen. Die Preise sind erträglich, die Auswahl der kulinarischen Angebote spiegelt eine Vielfalt unterschiedlicher Esskulturen wieder. Soviel ist sicher: Was Straßenimbisse angeht, findet derzeit auch im Bürokratieland Deutschland eine Revolution statt, die mobile Bratwurstgrills und Pommeswagen ziemlich alt aussehen lässt.

Mirko Saum und Florian Pfeufer sind die "Flying Butchmen". Ihre Spezialitäten sind Beef- und der Veggiewich mit Hallouni-Käse. FOTO: Mark Mocnik

Davon will Jaqueline Seiler nichts wissen. Als Bratwurst-"Paula" will sie nicht angesprochen werden, obwohl sie seit drei Jahren bodenständige Bratwürste verkauft, die in ein Brötchen gepackt sind. Seiler verweist auf den Namen Bratwurst-Paule, der in Krefeld so etwas wie ein Markenname sei. In der Tat gehört der originelle rote Bratwurst-stand seit 20 Jahren zum Inventar der Hochstraße. "An diesem bewährten Konzept wollen wir nichts ändern", sagt Seilers Chef Michael Neppeßen, der mittlerweile drei Stände betreibt und als Konzession beim Streetfood-Market auch Schweizer und Thai-Bratwürste anbietet. "Wir werden vermehrt zu Parties und Hochzeiten eingeladen."

"Only real chefs can be foodtruckers" steht selbstbewusst auf dem schwarz gestrichenen Foodtruck der "Flying Butchmen" Mirko Saum und Florian Pfeufer. Die beiden gelernten Küchenmeister sind viel in der Welt herumgekommen und haben von überall her Anregungen mitgebracht. Entsprechend exotisch ist ihr Hauptprodukt, der Beefwich zusammengestellt, den sie neben einem Veggiewich mit Hallouni-Käse anbieten: Eine dünn geschnittene Scheibe vom australischen Hereford-Rind, das 180 Tage mit Mais gefüttert wurde, wird bei 250 Grad medium-rare gegrillt und in mit Sepia-Tinte leicht gefärbte Brot-Butter-Brioche gepackt. Als Zwischenlage dienen ein in Perigordtrüffel-Majonaise gewendeter Wildkräutersalat und ein Spitzkohlsalat, gewürzt mit marokkanischem Kumin und Chimi Churri Salsa.

Den schönen Namen "Bi Bim Bap" trägt die Kreation des koreanischen Restaurants Soban von Hun Lee, bestehend aus Gemüsen, Reis und fermentierter Sauce. FOTO: Mark Mocnik

Originelle koreanische Küche bietet das Restaurant Soban, das vor fünf Monaten in der Lohstraße eröffnete, mit seinem Stand auf der Rennbahn. Koreanische Küche verlangt viel Vorbereitung, erklärten die charmanten Musikstudentinnen, die Küchenchef Hun Lee assistierten. Renner ist Bi Bim Bap; das sind verschiedene Gemüse auf Reis, die mit einer fermentierten Sauce verrührt werden.

"Im Vergleich zur Innenstadt liegen wir hier am Rande", erklärte Volko Herwick, Pächter der Rennbahn-Gastronomie, "aber wir haben hier viele Vorteile: Wir bieten eine gute Infrastruktur mit elektrischen Zuleitungen, Toiletten und Parkplätzen, und das Gelände lädt zum entspannten Bummeln ein."

Quelle: RP
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