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Krefeld
Rheinblick: Die Stadt hat große Probleme beim Hochwasserschutz

Krefeld: Rheinblick: Die Stadt hat große Probleme beim Hochwasserschutz
Die Bezirksregierung sieht wenig Chancen, den Hochwasserschutz an private Investoren zu übertragen. Die Krefelder Verwaltung plant offenbar, das Thema erst 2020 offiziell anzugehen. FOTO: Schmitter
Krefeld. Die Bezirksregierung sieht wenig Chancen, den Hochwasserschutz an private Investoren zu übertragen. Die Krefelder Verwaltung plant offenbar, das Thema erst 2020 offiziell anzugehen. Von Norbert Stirken

Die Herstellung eines Schutzes vor Lärm aus dem benachbarten Industriepark und eines vor einem Hochwasser sind die wichtigsten Aufgaben, um das Projekt Rheinblick in Uerdingen verwirklichen zu können. Die Grundstückseigentümer stehen nach eigenen Angaben in den Startlöchern, um am Rheinufer 85 Millionen Euro vor allem in Wohnungen zu investieren. Doch das Aufstellen eines rechtssicheren Bebauungsplan gestaltet sich schwierig.

Wann die Bagger tatsächlich anrollen können, steht in den Sternen. Nach Auskunft der Bezirksregierung Düsseldorf plant die Krefelder Stadtverwaltung, die Lösung des Hochwasserproblems erst im Jahr 2020 anzugehen. "Die Stadt als Hochwasserschutzpflichtige hat zuletzt mitgeteilt, dass sie einen Antrag auf Planfeststellung zur Anpassung des Hochwasserschutzes an die allgemein anerkannten Regeln der Technik im ersten Quartal 2020 stellen wird", informierte Sprecher Christian Brämswig auf Anfrage unserer Redaktion.

Der bislang verfolgte Plan, den privaten Bauherrn den Bau eines Hochwasserschutzes zu übertragen, hat sich inzwischen wohl als ungeeignet erwiesen. Eine dafür erforderliche Zustimmung der Bezirksregierung Düsseldorf sei aber ganz generell schwierig zu erlangen, da ein einheitlicher und nachhaltig funktionierenden Hochwasserschutz sichergestellt werden müsse, erklärte der Sprecher. "Das scheint bei einem privaten Investor kaum erreichbar zu sein", urteilte Brämswig.

Über diese grundsätzliche Schwierigkeit hinaus, sieht die Bezirksregierung weitere Hindernisse, den Prozess durch eine so genannte "deichaufsichtliche Genehmigung" zu beschleunigen und eine Erlaubnis vor Abschluss des Planfeststelungsverfahrens zu erteilen. Im südlichen Abschnitt des Plangebiets, wo die Dr. Schmitter GmbH & Co Immobilien KG aus Krefeld luxuriöse Wohnungen in einem bis zu acht Geschosse hohen Komplex errichten will, sei die alte Hochwasserschutzmauer "ganz erheblich beschädigt". Dadurch seien die Voraussetzungen nicht mehr gegeben, die bereits erwähnte "deichaufsichtliche Genehmigung" vorab zu erteilen, berichtet Kämmerer Ulrich Cyprian in einem Schreiben an die Krefelder CDU-Fraktion.

Um dennoch den Hochwasserschutz bei einer auflaufenden Hochwasserwelle sicherzustellen, würden wesentlich umfangreichere Notsicherungsmaßnahmen entsprechend dem Konzept der Stadt Krefeld erforderlich, als das vor dem Abriss des oberen Teils der Hochwasserschutzanlage notwendig gewesen wäre. Die Errichtung des Vorhabens, für das eine deichaufsichtliche Genehmigung beantragt worden sei, und die Durchführung der Notsicherungsmaßnahme schlössen sich gegenseitig aus, informierte der Sprecher der Bezirksregierung gestern auf Anfrage unserer Redaktion.

Inwieweit die weiter nördlich liegenden Flächen des Bielefelder Projektentwickler KRP Finanz GmbH & Co Quartier Rheinblick KG von dem speziellen Sachverhalt betroffen seien, müsse eine Einzelfallprüfung ergeben, meinte Cyprian. Immerhin sei die alte Hochwasserschutzmauer in diesem Abschnitt noch vorhanden.

Derzeit wird offenbar in Erwägung gezogen, den Bebauungsplan Rheinblick in seinem Wirkungsbereich zu teilen. Das würde bedeuten, dass die Stadt für ihr Prestige-areal am Uerdinger Rheinufer mit zwei Geschwindigkeiten weiterplanen würde.

Quelle: RP
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