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Krefeld
Rheinblick: Neue Warteposition für Schiffe

Krefeld: Rheinblick: Neue Warteposition für Schiffe
Der Rheinanleger am Chempark ist als Lärmquelle mit 110 Dezibel identifiziert. Das hat Auswirkungen auf das Projekt Rheinblick in Uerdingen. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die Nähe von Industrie und Wohnen beim geplanten Prestigeprojekt Rheinblick in Uerdingen bereitet den Planern Schwierigkeiten. Der Schutz vor Lärm und Hochwasser stellt die große Herausforderung dar. Die Suche nach rechtssicheren Lösungen kostet Zeit. Befürworter und Bauwillige treibt die Sorge, dass der Realisierungswille für die Investoren-Ideen an Schwung verliert. Doch es gibt auch Annäherungen zwischen den Konfliktpartien. Von Norbert Stirken

Hinter den Kulissen bleiben Beteiligte und Betroffene des Projekts Rheinblick im Gespräch. "Zu einer möglichst zügigen und erfolgreichen Realisierung des Rheinblick-Projekts stehen Politik und Stadtverwaltung fortlaufend in engem Kontakt mit den Fachbehörden, den Investoren und Currenta", erklärte ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Über die Inhalte ist Stillschweigen vereinbart. In einem internen Schreiben sind die Sachverhalte zusammengefasst: Vor allem in Fragen des Rheinanlegers vor dem Chempark und den Wartepositionen für die Schifffahrt haben sich Vertreter von Currenta als Betreiber des Chemparks und Stadt offenbar angenähert. Wörtlich heißt es: "Hinsichtlich der Befürchtung der Currenta vor Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten des Rheinanlegers R 141 und der Entwicklungsmöglichkeiten des Chemparks insgesamt werden zurzeit mit der Bezirksregierung, dem Betreiber und den Gutachtern die Rahmenbedingungen der Genehmigungslage zum R 141 nochmals eingehend geprüft. In einem Termin mit Ernst Grigat, Leiter des Chemparks, konnte Einvernehmen hergestellt werden, dass der ermittelte Emissionswert von 110 Dezibel des Anliegers weiterhin zugrunde gelegt wird."

Die Festlegung auf diesen Lärmwert ist wichtig, um den notwendigen Lärmschutz für die einige hundert Meter entfernt geplante Wohnbebauung zu ermitteln. Um die gesetzlichen, strengen Vorschriften für die Nacht einhalten zu können, läuft alles darauf hinaus, dass die Richtung Norden angebrachten Fenster der vorgesehenen Wohnungen für die zukünftigen Eigentümer oder Mieter nicht zu öffnen sein dürfen. Darüber hinaus wird es für die Realisierung des mehr als 85 Millionen Euro teuren Projekts Rheinblick erforderlich, die Wartepositionen der Fracht- und Tankschiffe zu verlegen. Bislang liegen sie genau auf Höhe der zukünftigen Loftwohnungen im Abschnitt zwischen Chempark und Hafeneinfahrt. Die Stadt Krefeld habe inzwischen einen trilateralen Vertragsentwurf erarbeitet, der mit den Verantwortlichen des Rheinhafens abgestimmt sei und der Currenta vorliege, heißt es in dem Papier.

Parallel seien als Ersatz bereits alternative Wartepositionen für die Schiffe im Hafenwendebecken und in der Hafennordspitze genehmigt, heißt es weiter. Seitens der Currenta bestehe eine grundsätzliche Bereitschaft, die bisherigen Wartepositionen zu verlegen.

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Uerdingen teilte Bezirksvorsteher Jürgen Hengst den Anwesenden mit, dass das Projekt Rheinblick wahrscheinlich doch nicht so schnell umgesetzt werden kann, wie viele hoffen. Die dritte Offenlegung der Pläne sei wohl nicht mehr in diesem Jahr möglich, und werde sich aller Wahrscheinlichkeit nach ins nächste Jahr verschieben. Daraus folge, dass ein Satzungsbeschluss dann auch erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 kommen könnte.

Die Bezirksregierung geht nach derzeitigem Stand offenbar davon aus, dass die Hochwasserproblematik - zumindest die für den südlichen Abschnitt - erst in einem Planfeststellungsverfahren ab 2020 geklärt werden kann (wir berichteten exklusiv). Die Stadt behält gleichwohl ihren Optimismus. Trotz der hochwasserschutzrechtlichen Probleme sehe sie das Projekt Rheinblick auf einem guten Weg und hoffe, schnellstmöglich eine rechtlich einwandfreie Lösung vorlegen zu können. "Die Stadt Krefeld befindet sich beim Projekt Rheinblick weiter im intensiven Austausch mit der Bezirksregierung Düsseldorf, unter anderem um die rechtssichere und möglichst zeitnahe Umsetzung des erforderlichen Hochwasserschutzes zu klären", erklärte ein Stadtsprecher. In dem internen Schreiben der Stadtverwaltung heißt es dazu, die Bezirksregierung habe deutlich gemacht, dass eine ,Vorabgenehmigung' für die Entwicklung der Südspitze nicht mehr möglich sei.

Quelle: RP
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