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Krefeld
Rheinlandtaler an zwei Krefelder Originale verliehen

Krefeld. Im Rittersaal auf Burg Linn hörte man gestern Nachmittag leises Getuschel. "Hast du Caco schon gesehen? Ist er nicht gekommen?" Ratlose Blicke irrten durch den gut gefüllten Saal. Dann konnte Oberbürgermeister Frank Meyer das Rätsel um den meist bunt gekleideten Künstler mit dem gehäkelten Käppi klären. "Es ist heute das erste Mal, dass ich dich, lieber Caco, in einem Sakko sehe. Das zeigt auch, wie außergewöhnlich diese Veranstaltung ist." Der sonore ältere Herr in dem schicken Anzug - und ganz ohne Käppi - lächelt. Für ihn ist die Ehrung mit dem Rheinlandtaler, auch angesichts seiner schweren Krankheit, die Krönung seines Lebenswerkes. Von Bärbel Kleinelsen

Sein Freund Frank Meyer bezeichnet ihn in seinem Grußwort als Original, echt und unverfälscht, schöpferisch und eigenständig. Mit seiner Aktion "3333 Bäume für Krefeld" habe er ganz im Sinne seines künstlerischen Vorbildes Joseph Beuys naturnahe Zeichen gesetzt. Sein Revier markiert, könnte man auch sagen. Schließlich, so Meyer, wäre jeder bunte Hund froh, wenn er so bekannt wäre wie Caco in Krefeld. Diese Meinung teilte auch Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland. Sie sagte in ihrer Laudatio: "Sie haben viele inspiriert und motiviert und Ihr ehrenamtliches Wirken hat wirklich große Spuren in der Landschaft, aber auch bei den Menschen hinterlassen." In Sachen Baum-Aktion war Caco selbst an diesem so besonderen Tag aktiv. So bat er bei den Gratulanten gleich um eine kleine Baumspende. Und noch ein Original bekam an diesem Nachmittag den Rheinlandtaler. Hans Wilbers, RP-Lesern besser bekannt als "Köeb uut Oeding", wurde für seine vielfachen Verdienste um diese Mundart geehrt. Als "wandelndes Mundart-Lexikon" bezeichnete Frank Meyer den gebürtigen Uerdinger, der sich seit über 20 Jahren mit der Sprache seiner Heimatstadt beschäftigt. Seine Werke seien ein "sprachlicher sowie heimatgeschichtlicher Schatz", sagte Meyer weiter. Karin Schmitt-Promny erklärte anschließend, warum gerade diese Mundart so von Bedeutung ist. "Die berühmte ,Uerdinger Line' ist die wichtigste Sprachscheide nördlich der Alpen. Es gibt nur zwei Sprachgrenzen, die nach einer Stadt benannt sind: die Benrather Linie und eben unsere Uerdinger Linie."

Hans Wilbers sei deshalb, in Abwandlung eines alten Werbeslogans - schließlich sei Uerdingen ja mal eine wichtige Weinbrandstadt gewesen - ganz besonders des Rheinlandtalers wert, lobte Schmitt-Promny. Hans Wilbers bedankte sich für so viel Lob mit einem seiner typischen Vertällekes. Denn: "Dat es min Platt!"

Quelle: RP
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