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Krefeld
Rheinlandtaler für zwei Bewahrer

Krefeld: Rheinlandtaler für zwei Bewahrer
Freude über den Rheinlandtaler: Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Anne Henk-Hollstein vom LVR (r.) gratulieren den beiden Krefelder Preisträgern Mechthild Staudenmaier und Klaus Reymann. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Gestern ehrte Anne Henk-Hollstein für den Landschaftsverband Rheinland Mechthild Staudenmaier und Klaus Reymann mit dem Rheinlandtaler. Zu der Feierstunde auf Burg Linn erschien viel Prominenz aus Politik und Kultur. Von Bärbel Kleinelsen

Im Rittersaal von Burg Linn versammelten sich gestern zahlreiche Gäste, darunter viel Prominenz aus Politik und Kultur, um an der Ehrung zweier bekannter Krefelder teilzunehmen. Für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Stadt und der Region verlieh der Landschaftsverband Rheinland seine Auszeichnung, den Rheinlandtaler, an Mechthild Staudenmaier und Klaus Reymann.

In ihrer Laudatio bezeichnete Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, die Preisträger als "herausragende Bewahrer in ihren Reihen". Einen großen Teil ihrer Energie und Leidenschaft hätten die beiden Krefelder in Erhaltenswertes gesteckt. "Wir müssen uns die Vergangenheit bewusstmachen, und wir sollten uns als Teil dieser Geschichte begreifen - sonst stehen wir nur halb im Leben. Sonst ist der Wunsch nach Neuem tatsächlich nur ein Jagen nach Neuen", mahnte Henk-Hollstein.

Mechthild Staudenmaier bekam ihre Auszeichnung für ihren Verdienst um die Erinnerungskultur in Krefeld. Durch viele kleine Schritte habe sie immer wieder deutlich gemacht, dass das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs aufrechterhalten werden muss, und in ihrem Handeln aufgezeigt, wie dieses Gedenken aussehen kann. Als Beispiel nannte die Rednerin ein Projekt aus der Zeit, als Staudenmaier noch Lehrerin am Berufskolleg Vera Beckers war. Damals habe sie ein Projekt mit Floristen initiiert, in dem diese Trauer und Erinnerung mit Blumengebinden zum Ausdruck brachten. Lobenswert sei auch Staudenmaiers engagierte Arbeit als Vorsitzende des Vereins "Villa Merländer" und hier besonders ihr Einsatz für den Erhalt des Denkmals Friedrich-Ebert-Straße 42, in dessen Räumlichkeiten sich ein Wandgemälde des in der NS-Zeit verfemten Künstlers Heinrich Campendonk befindet. "Es waren Förderverein, Stadt und Vorstand der Villa Merländer, denen es gelang, Heinrich Campendonk wieder für ein großes Publikum zu entdecken und ihm in seiner Geburtsstadt einen festen Platz zu verschaffen", sagte Anne Henk-Hollstein und resümierte: "Mechthild Staudenmaier ist durch ihr kulturelles, museales und soziales Engagement weit über die Stadtgrenzen von Krefeld hinaus bekannt geworden."

Ein Bewahrer mit einem ganz besonderen Blick auf die Welt sei Klaus Reymann. "Menschen wie Klaus Reymann erkennen das Besondere, wo wir Verfall wittern. Sie entdecken Wertvolles, worüber wir leichtfertig hinweg sehen", sagte Henk-Hollstein und nannte als Beispiel die 1912 erbaute Galopprennbahn, in der die meisten nur noch einen heruntergekommenen Bau gesehen hätten, bis Architekt Reymann kam und anfing, andere für die Idee zu begeistern, die Bahn wieder instand zu setzen. Er gründete die Krefelder Baudenkmalstiftung und übergab der Stadt 1995 ein erfolgreich saniertes Schmuckstück. Viele Projekte folgten, darunter die Restaurierung der beiden Krefelder Seidenfabrikantenvillen von Mies van der Rohe, Haus Lange und Haus Esters. Mit Liebe zum Detail und einer guten Portion Hartnäckigkeit habe Reymann, als "Motor der Stiftung", so Henk-Hollstein, auch hier das Fast-Unmögliche geschafft. "Wenn man mit Ihnen, Herr Reymann, in der Stadt unterwegs ist, spürt man Ihre ansteckende Begeisterung, aber auch Ihre große Sorge um die Objekte, und es wundert einen nicht, dass Sie so vieles schon bewegen konnten."

In seiner Dankesrede zeigte sich Reymann auch an diesem Nachmittag besorgt - und zwar um den Erhalt der restaurierten Werke. "Ich bedaure sehr, dass im Krefelder Haushalt kaum Mittel für den Unterhalt solcher Gebäude wie der Rennbahn angesetzt werden. Ich würde die Ratsmitglieder gern dazu anstiften, dies zu ändern."

Quelle: RP
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