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Krefeld
Rheinstraße Pilotprojekt für Gestaltung der City

Krefeld. Nach vierjähriger Vorbereitungszeit durch das "Kompetenzteam Gestaltung" geht die neue Gestaltungsrichtlinie für die Innenstadt in die Erprobungsphase. Pilotprojekt wird die Rheinstraße sein: "Wir möchten am Beispiel der Rheinstraße Impulse in die Innenstadt geben. Unser Ziel war es, individuelle Lösungen für Krefeld zu entwickeln und nicht eine Schablone aus einer anderen Stadt zu nehmen", sagte der Fachbereichsleiter Marketing bei der Stadt, Uli Cloos, als er gestern die Leitlinie vorstellte.

Ziel ist es, das Gesicht der Innenstadt zu verschönern und einen einheitlichen Stilwillen erkennen zu lassen. Kernelemente: Die sogenannten Kundenstopper (dreieckige Ständer mit Werbung) sollen untersagt und Warenständer beseitigt oder zurückgedrängt werden. Bei Händlern und Eigentümern soll dafür geworben werden, die Fassadengestaltung und die Reklametafeln zurückgenommener zu gestalten. Besonders große Filialisten wie Tedi hätten oft eine "penetrante Eigenwerbung" mit "schreiender Präsenz in den Farben", sagte Nicolaus Beucker, Design-Professor der Hochschule Niederrhein, die das Projekt mit Designstudenten fachlich begleitet hat. Da man Händlern und Eigentümern bei der Fassadengestaltung nur wenig vorschreiben kann, wollen Stadt und Beucker für eine andere, wertigere Gestaltung werben - am Ende nutzt es auch den Unternehmen, weil man mit einer schöneren City "Argumente liefert, nach Krefeld zu kommen", so Cloos.

Weitere Einzelmaßnahmen: Die Bäume, die zurzeit mit Schutzgittern versehen sind, sollen mit Rundbänken nicht mehr abgeschottet, sondern erlebbar gemacht werden. Nebeneffekt: Die oft chaotisch dort abgestellten Fahrräder, die Unruhe ins Straßenbild bringen, sollen verschwinden und geordnet an anderer Stelle geparkt werden. Die eher kühl wirkenden Edelstahl-Bänke sollen dafür abgebaut werden.

Blumenkübel sollen vereinheitlicht, Außengastronomie dezenter in der Farbgebung und der Eigenwerbung werden. Bei der Außengastronomie hat die Stadt noch am ehesten die Möglichkeit, über Genehmigungen Druck auf die Unternehmen auszuüben. Auf Kritik Beuckers stießen etwa die "merkwürdigen Blumenkübel" von McDonald's und die wiederum penetrante Eigenwerbung der Kette. Eigentlich aber möchte die Stadt nicht über Druck, sondern über Gespräche, fachliche Beratung und Einsicht vorankommen. Bei den Händlern an der Rheinstraße stößt der Plan auf viel Zustimmung. Sandra Lemke, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Rheinstraße, resümierte, dass es große Bereitschaft gebe, die Richtlinie umzusetzen, und den eigenen Außenauftritt mit den Design-Fachleuten zu überprüfen.

(vo)
 
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