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Krefeld
Romantik-Messe beeindruckt in der Alten Kirche

Krefeld. Der Schönhausen-Chor und der Franciscuskoor aus Venlo boten ein hochkarätiges Konzert mit Guilmants Messe Nr.3. Von Mojo Mendiola

Felix-Alexandre Guilmants Messe Nr. 3 gilt als eine der schönsten Messen der französischen Romantik. In der Alten Kirche durfte man sich an einer Aufführung erfreuen, die den Zugang zu diesem nicht einfachen Werk durch einen speziellen Kunstgriff geebnet hatte. Joachim Neugart und Marianne Maessen-Scherjon hatten nicht nur "ihre" beiden Chöre, den Schönhausen-Chor aus Krefeld und den Franciscuskoor aus Venlo, vereint, sondern zwischen die einzelnen Stücke von Guilmants Messe ganz andere, überwiegend modernere Kompositionen gestellt, die nicht nur jede für sich große Freude bereiteten, sondern auch die Konzentration auf das Hauptwerk des Programms eher erleichterten, als davon abzulenken. So erhielt das Opus, abseits seiner liturgischen Funktion und aus rein musikalischer Perspektive betrachtet, noch zusätzlichen Glanz.

Beide Chöre begannen gemeinsam unter der Leitung von Marianne Maessen-Scherjon mit einem zunächst von den Sängerinnen zärtlich angestimmten Kyrie, das sich unter Hinzutreten der Männerstimmen zu einer inbrünstigen Anrufung steigerte, und fügten ein Gloria an, das ganz vom Schall triumphierender Trompeten inspiriert zu sein schien.

Dann war der Schönhausen-Chor zum ersten Mal allein zu hören mit der Motette "Coelos ascendit hodie" von Charles Villiers Stanford (1852 - 1925), mit heiterem Schwung vorgetragen und glockenrein nicht zuletzt in den extrem hoch geführten Sopranen. Der Franciscuskoor seinerseits brillierte mit dem "Nunc dimittis" von Jan Pasveer (1933 - 2005), kunstvoll gesetzt und gesungen, mit einem Hauch von Melancholie in einem ansonsten entschiedenen Ton.

Wieder vereint und diesmal unter der Leitung von Joachim Neugart, sangen beide Chöre anschließend Guilmants Credo, und wieder harmonierten beide Klangkörper nicht nur prima im Timing. Auch ein schöner innerer Gleichklang wurde spürbar.

Guilmants Kompositionen für die Messe wurden von Hans-Jakob Gerlings an der Orgel begleitet, und er glänzte auch mit einem Solo-Scherzo aus des Franzosen Feder. Weitere Höhepunkte waren Rheinbergers "Abendlied" und Tschaikowskys "The Crown Of Roses", beide ganz großartig interpretiert vom Franciscuskoor, sowie das "O nata lux" von Morten Lauridsen (*1943) als gemeinschaftlicher Vortrag beider Chöre. Und die durften das stehend bejubelte Konzert natürlich nicht ohne Zugabe beenden.

Quelle: RP
 
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