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Krefeld
Romeo und Julia, Balkonszene: Die Fichte-Version

Krefeld: Romeo und Julia, Balkonszene: Die Fichte-Version
Romeo und Julia (Ruben Knors und Ann-Sophie Gooden) proben die berühmte Balkonszene. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Lust am Theaterspiel eint die bunt gemischte Truppe junger Schauspieler des Fichte-Gymnasiums. Am Mittwoch feiert "Romeo und Julia" Premiere, weitere Aufführungen gibt es am Wochenende.

Die Theater-AG des Fichte-Gymnasiums hat sich anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums ein besonders Theaterstück ausgewählt. Mit Shakespeares "Romeo und Julia" kommt die wohl schönste, traurigste, leidenschaftlichste, zarteste und mörderischste Liebesgeschichte der Weltliteratur zur Aufführung. Erzählt wird die tragische Geschichte zweier junger Liebender, die verfeindeten Familien angehören und schließlich unter unglücklichen Umständen ums Leben kommen.

Seit einem halben Jahr haben die 23 Schüler der 9. bis 12. Jahrgangsstufe viel Freizeit in die Probenarbeit investiert. Jeden Freitagnachmittag, und alle zwei Wochen auch samstags, wurde intensiv an dem Stück, den Kostümen, der Bühne und der erforderlichen Technik gearbeitet. Der Höhepunkt der Probenarbeit findet jedes Jahr auf Burg Bischofstein statt. Hier werden Szenen mehrfach geübt, Gesten und Bewegungsabläufe einstudiert.

Die Darsteller der Figuren Tybald (Patrick Wanders) und Capulet (Mert Kaba) seien im wahren Leben eigentlich eher introvertiert. "Sie mussten sich während der Proben die geforderte Aggressivität ihrer Rollen regelrecht antrainieren", berichtet Lehrerin Simone Wölke, die gemeinsam mit ihren Kollegen Katrin Peters und Hajo Wigbels die Leitung des Stückes übernommen hat. "Es ist unglaublich zu beobachten, wie Patrick und Mert während des Spiels aus sich heraus kommen." Am Probenwochenende kommt auch erstmals die Arbeit des Maskenbildners zum Einsatz und lässt anschließend einige der Schauspieler ziemlich alt aussehen, andere wiederum gemeingefährlich brutal oder umwerfend schön. Ein abschließendes gemeinsames Abendessen in Kostümen soll den jungen Schauspielern helfen, mit ihren Bühnencharakteren zu verschmelzen.

Als Textvorlage dient der Fichte-Theater-AG die Übersetzung, die Wilhelm Schlegel 1797 von der Shakespeare-Tragödie erstellt hat. Katrin Peters, die unter anderem mit den jungen Mimen den Text einstudiert hat, berichtet: "Wir haben zwar die Schlegel-Ausgabe als Textvorlage, haben aber während der Probenarbeit erkannt, dass sie für die Aufführung viel zu lang ist. Also haben wir gekürzt und im Spiel auch die Sprache leicht angepasst."

Es ist eine beachtliche Leistung, die die jungen Laienschauspieler so gar nicht laienhaft auf die Bühne stellen. Auch wenn bei den letzten Proben mitten in einer mitreißenden Szene der Zauber jäh verfliegt, weil ein "oh - so'n Mist, jetzt ist mein Text weg---" die Szene plötzlich abbricht, ist Katrin Peters sicher, dass sie während der Aufführung nicht mehr als Souffleuse einspringen muss. Und wenn, sie sitzt - gut sichtbar von der Bühne aus - in der ersten Reihe.

Nicht nur durch den anspruchsvollen Text ist "Romeo und Julia" eine Herausforderung für die Theater-AG. Insbesondere die Fechtszenen bedurften etlicher Einzelproben. Hier fanden die Schauspieler tatkräftige Unterstützung beim Fechtclub Krefeld und haben sich eine bemerkenswerte Technik erarbeitet. Die bunt gemischte Gruppe der Schauspieler vereint verschiedene Muttersprachen und Abstammungen. Sie alle eint die Lust am Theaterspiel und an der gemeinsamen Aufgabe, ein Stück nicht nur auf die Bühne zu bringen, sondern auch den Zuschauer mitzunehmen in die so aktuell wirkende Welt Shakespeares, der seine Verse vor mehr als 400 Jahren schrieb. Wie passend klingen die Worte des letzten Satzes des Prologs, der als Plakat auf der Bühnenrückwand hängt: "[...] Hört uns geduldig an und seid Vergesser des, was verfehlt, so machen bald wirs besser".

Aufführungen: Mittwoch, 9. März, Samstag, 11. März, und Sonntag, 12. März. Einlass 19 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, Eintrittspreise: Erwachsene: 5 Euro; ermäßigt: 3 Euro. Ort: Fichte-Gymnasium, Lindenstraße 52.

Quelle: RP
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