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Krefeld
Rotary: Dienen für eine bessere Welt

Krefeld. Den ältesten Service-Club der Welt gibt es in Krefeld seit 1937. Die Helfer wollen der Allgemeinheit Gutes tun. Von Bärbel Kleinelsen

Nie war es wichtiger als heute, Wege zur Verständigung und zum Frieden unter den Völkern zu finden. In einer Zeit, in der Menschen in höchster Not ihre Heimat verlassen müssen und zu Tausenden auf der Flucht sind, klingt ein solches Anliegen zukunftsweisend. Tatsächlich jedoch verfolgen Rotary-Mitglieder auf der ganzen Welt bereits seit 1905 dieses Ziel. Damals wurde der erste dieser Service-Clubs in Chicago gegründet.

Schnell verbreitete sich die Idee, internationale Freundschaften zu pflegen und der Allgemeinheit zum Nutzen zu sein - und die Zahl der Clubs wuchs. Seit Februar 1937 gibt es auch in der Seidenstadt einen Rotary Club, den RC Krefeld. Aktueller Präsident ist Prof. Dr. Jörg Baltzer. Er folgt auf Prof. Dr. Roland Besser, der ihn in sein Amt einführte.

"Jeder Präsident setzt in dem Jahr seiner Präsidentschaft persönliche Schwerpunkte. Das bringt Abwechslung und erweitert den Horizont aller Mitglieder. Mein besonderes Anliegen ist die Musikschule, deren hervorragende Arbeit ich sehr schätze", erklärt Baltzer. Getreu dem Jahresmotto "Meilensteine in ..." konnte der ehemalige Direktor der Frauenklinik im Klinikum Krefeld bereits anlässlich der Präsidentschaftsübergabe dem "Meilenstein Musikschule" eine Instrumentenspende über 5000 Euro übergeben. Baltzer: "Ich finde es wichtig, Kinder so früh wie möglich zu fördern. Beim Musizieren gibt es keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Durch die mit diesem Geld angeschafften Instrumente wird es der Musikschule möglich sein, noch mehr Kindern eine musikalische Früherziehung anbieten zu können."

Rotarier wollen die Welt ein bisschen besser machen. Sie engagieren sich bei internationalen Projekten, schauen aber besonders auch im eigenen Umfeld nach unterstützenswerten lokalen Initiativen. Aktuell gibt es in Krefeld drei Rotary-Clubs. Neben dem ältesten RC Krefeld sind das der RC Kempen-Krefeld (seit 1963) und der RC Krefeld-Greiffenhorst (seit 1976).

Jeder dieser Clubs setzt eigene Schwerpunkte. Während sich der RC Krefeld mit seinen 64 Mitgliedern um die Förderung der Regenbogenschule, der Bürgerstiftung, der Krefelder Tafel, der Notfallseelsorge und des Kinderheims Kastanienhof kümmert und - ganz aktuell - Sprachkursen für Flüchtlinge finanziert, unterstützt der RC Kempen-Krefeld unter anderem das Kinderheim Annenhof in Kempen und je eine Veranstaltung mit den Bewohnern des Gerhard-Tersteegen-Hauses und des Dreikönigen-Hauses in Krefeld. Der RC Greiffenhorst wiederum setzt sich unter anderem für den Kinderschutzbund Krefeld und die Multiple-Sklerose Gesellschaft ein. "Das können aber immer nur Beispiele sein, da eigentlich ständig weitere Einsatzgebiete dazu kommen. Ich denke da zum Beispiel an unsere Förderung einer Schülerin aus dem Kastanienhof. Ganz aktuell hat sie ihren Bachelorabschluss an der Uni Bochum mit der Note ,sehr gut' gemacht. Es macht außerordentlich viel Freude, solche Talente zu unterstützen", erinnert sich Prof. Dr. Carl-Dieter Wuppermann, der beim RC Krefeld für den Internationalen Dienst zuständig ist.

In einem Rotary Club sind viele verschiedene Berufssparten vertreten, allerdings jede Sparte nur einmal. Durch die Vorträge bei den wöchentlichen Treffen bekommen die Mitglieder Einblick in die Berufswelt ihrer Kollegen. Jedes Mitglied beteiligt sich an den Vortragsreihen, dazu werden noch Gastreferenten eingeladen. Seit 2013 werden auch Frauen als Clubmitglieder aufgenommen, allerdings: "Die Frauen haben einen eigenen Service-Club, die Soroptimisten, der genauso alt ist wie der RC Krefeld. Außerdem gibt es den Frauen-Club Inner-Wheel, der als Freundeskreis der Frauen unserer Mitglieder begann und inzwischen selbst zu einem bedeutenden Service-Club geworden ist", erklärt Baltzer.

Weitere Krefelder Service-Clubs wie Lions, Zonta oder Kiwanis sehen die Rotarier nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung. "Wir wollen doch alle Ähnliches erreichen. Je mehr das tun, umso mehr wird sich auch positiv verändern", meint Carl-Dieter Wuppermann und spricht damit ganz im Sinne von Rotary-Gründungsvater Paul Harris, der von seinen Mitstreitern stete Dienstbereitschaft im täglichen Leben forderte.

Und Hilfe jedweder Art ist gerade heutzutage besonders wertvoll.

Quelle: RP
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