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Pfarrerin wechseln nach Haldern
Abschiedsgottesdienst in der Lutherkirche in Krefeld

Sabina Busmann: Pfarrerin wechselt von Krefeld nach Haldern
Pfarrerin Sabina Berner- Pip (früher) Busmann gestern bei ihrem feierlichen Abschiedsgottesdienst. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit an der Lutherkirche übernimmt Pfarrerin Sabina Busmann die Kirchengemeinde Rees-Haldern. Gestern wurde sie mit einem Festgottesdienst verabschiedet. Von Otmar Sprothen

Die berühmte Walcker-Orgel spielte ein machtvolles Präludium beim Einzug von Pfarrerin Sabina Berner-Pip zu ihrem Abschiedsgottesdienst in der voll besetzten Lutherkirche. Fünf Jahre lang hat sie unter ihrem früheren Namen Sabina Busmann hier gewirkt. Viele Gemeindeglieder sprechen sie immer noch so an. "Eigentlich wollte ich Ihnen erklären, was mich bewegt, wenn ich diese wunderschöne Kirche verlasse, ich wollte über Heimat und den wunderschönen Niederrhein reden", sagte die Pfarrerin zu ihrer Gemeinde gewandt.

Doch beim Durchgehen der vom Kirchenjahr für diesen Tag vorgesehenen Texte sei sie auf den ersten Korintherbrief gestoßen. Ihr sei aufgefallen, dass die antike Hafenstadt Parallelen zu Krefeld aufweise, was Multikulturalität und eine breite soziale Schere anbeträfe. Auch heute würden noch die Mahnungen Geltung haben, die Paulus als Verfasser dieses Briefes an die zerstrittene frühchristliche Gemeinde Korinths richtete. Diese konzentrierten sich in der Frage, was für einen Christen wirklich wichtig sei. Prahlerei mit Macht, Status oder Einfluss sei es nicht, denn alles, was wir vorweisen könnten, hätten wir von Gott und vor diesem müssten wir schließlich ohne diese Verkleidung Rechenschaft ablegen. Die Gemeinde sollte immer wieder aufs Neue überlegen, was im Leben wirklich zähle, war Berner-Pips Mahnung zum Abschied.

Die Gemeindeglieder sprechen die 52-jährige Pfarrerin immer noch mit Busmann an. Sie hat gerade geheiratet, nahm wieder ihren Mädchennamen Berner an und verband ihn mit dem Namen ihres Mannes zu Berner-Pip.

Gemeindeglieder schildern die scheidende Pfarrerin als sehr herzlich, fröhlich und lebensbejahend, die zuzupacken verstand. Presbyterin Gisela Brendle-Vierke, zugleich Bezirksvorsteherin von Krefeld-Süd, nannte als Beispiel die Einrichtung des Lutherraumes im Kirchengebäude, nachdem die Gemeinde das Clarenbachhaus veräußern musste. Presbyter Jan-Georg Simon erinnerte an die schwierige Zeit nach dem Weggang von Pfarrer Volker Hülsdonk, bis schließlich Sabina Busmann ihr Amt antrat: "Sie hat das Gemeindeleben hochgebracht. Ihre Vorschläge für den Ablauf von Gemeindefesten waren erfrischend unkonventionell." Die Freizeiten für Gemeindeglieder, die sich sonst keine Fahrt erlauben können, werden den Weggang der Pfarrerin überdauern.

Die 52-Jährige wechselt zum Wohnort ihres Mannes nach Rees am Niederrhein. Dort muss sie 1700 Reeser Gemeindeglieder mit 1300 aus Haldern zu einer Gemeinde verschmelzen. Letztere wurden über einen längeren Zeitraum nur mitbetreut. Bei allem Blick zurück freut sich die scheidende Pfarrerin auf die Arbeit in einem eher ländlichen Umfeld.

Quelle: RP
 
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