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Krefeld
Säuglingssterblichkeit über dem Landesdurchschnitt

Krefeld. Die Verwaltung stellt Statistiken über Geburtsgewicht, Säuglingssterblichkeit und Totgeburten vor. Von Anette Frieling

Der Fachbereich Gesundheit hat Daten über Geburtsgewicht, Säuglingssterblichkeit und Totgeburten in Krefeld aus den Jahren 2010 bis 2014 zusammengetragen und im Sozialausschuss vorgestellt. Das Ergebnis stimmt bedenklich und macht Fragen zur Prävention notwendig. "Krefeld liegt in der Säuglingssterblichkeit über NRW-Durchschnitt" heißt es im Bericht.

Vor dem Hintergrund, dass Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2500 Gramm) ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko haben, lässt die Analyse der Daten aufhorchen; auch hier liegen die Zahlen von Krefeld im Vergleich hoch. "Krefelder Mütter bringen mehr untergewichtige Kinder zur Welt als der Durchschnitt in NRW". Wichtige Besonderheit dabei: Es zeigen sich große Unterschiede innerhalb der Stadtbezirke. "In Krefeld-Mitte, Krefeld-Süd und Krefeld-Nord kommen die meisten Kinder mit geringem Geburtsgewicht zur Welt, gefolgt von Krefeld-Fischeln."

Als mögliche Risikofaktoren für ein niedriges Geburtsgewicht werden unter anderem das junge Alter von Müttern (eine leichte Zunahme bei den 18 bis 20-Jährigen), deren eigenes geringes Körpergewicht (niedriger Körpermaßindex), schädliche Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum, schlechte Ernährung sowie niedriger sozioökonomischer Status genannt. Die Verwaltung erläutert, dass bundesweit jährlich 4,9 Prozent der Kinder mit schwerem Pflegebedarf zur Welt kommen, und dass auf Grund des medizinischen Fortschritts inzwischen Schwangerschaften erhalten bleiben, wo dies früher nicht möglich gewesen sei.

Der vorliegende Gesundheitsbericht mache innerhalb der Stadt Krefelds auf "signifikante" Besonderheiten aufmerksam, deren Zusammenhänge "näher zu beleuchten" seien und bei Fragen zu Präventionsmaßnahmen Berücksichtigung finden müssen. Als Maßnahme rät die Verwaltung allen "Akteuren" in den Bereichen der frühen Hilfen zu einer "Verzahnung der Daten" aus dem Gesundheitsbericht und aus sozialen Erhebungen; hier bestehe in der Praxis ein Mangel.

Mit Blick auf die Todesursache zeigt sich für Krefeld folgendes Bild: Die meisten Neugeborenen starben durch Umstände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode hatten (Zeitraum zwischen der 22. Schwangerschaftswoche und dem 7. Tag nach der Geburt). Prozentual verstarben die meisten Säuglinge innerhalb der ersten sechs Lebenstage. Die zweithäufigste Todesursache waren angeborene Fehlbildungen und Chromosomenanomalien. An dritter Stelle wird der "Plötzliche Kindstod" verzeichnet. Er war bei 6,5 Prozent der verstorbenen Säuglinge die Todesursache; damit lag Krefeld über dem Landesdurchschnitt von 4,9 Prozent.

Quelle: RP
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