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Krefeld
Schmuckstück in ehemaliger Arbeitersiedlung

Krefeld: Schmuckstück in ehemaliger Arbeitersiedlung
Große Bodenfenster erweitern das elegant eingerichtete Wohnzimmer optisch in den Garten hinein. FOTO: L. Strücken
Krefeld. Beim "Tag der Architektur" stellten am Samstag Melanie und Dirk Meuleneers, Architektin und Innenarchitekt, ihr kürzlich saniertes Einfamilienhaus an der Straße "Am Vaterhaus" in Stahldorf vor. Von Mojo Mendiola

Großer Besucherandrang herrschte beim "Tag der Architektur" im Gebäude an der Straße Am Vaterhaus 22 in der Neulandsiedlung in Stahldorf, die in den 1950er und 60er Jahren errichtet wurde. 1971 baute man auf einem abgetrennten Teilgrundstück nachträglich ein weiteres Einfamilienhaus. Dies sanierten jüngst Melanie und Dirk Meuleneers, Architektin und Innenarchitekt, für sich und ihre beiden acht und zehn Jahre alten Kinder.

Das äußere Mauerwerk inklusive des intakten Dachs, einer tadellosen, von Holzbalken getragenen Zwischendecke und einer trockenen Unterkellerung befand sich in gutem Zustand. Zur Straße hin schlossen die Eigentümer die Fassade gegen unerwünschte Einblicke, nach hinten öffneten sie sie mit großen Bodenfenstern zum optischen Übergang in den Garten. Der aus Holz gebaute Austritt aus dem Wohnzimmer dient zugleich als Bank auf dem entsprechend tiefer liegenden Bodenniveau des Gartens.

Die Innenwände wurden praktisch vollständig entfernt und neu gesetzt, so dass moderne Raumkonzepte verwirklicht werden konnten. Ein großes Wohn- und Esszimmer beansprucht die hintere Hälfte des Erdgeschosses über die ganze Grundrissbreite. Etwas versetzt zum Grundrissmittelpunktmittelpunkt an der Wand, die hinauf bis zum Spitzboden reicht, wurde ein moderner Speicherkamin mit Schamottstein eingebaut, dessen Wärme sich im ganzen Haus verbreiten kann.

Eine schmale Diele mit eingebauten Garderobenschränken leitet über zur offnen Küche an einem Ende und zu Gäste-WC und Treppenhaus am anderen. Der Fußboden wurde ästhetisch, pflegeleicht und preiswert mit einer geschliffenen und versiegelten Spachtelmasse gestaltet. Die Holztreppe führt zu einem großzügigen Bad, von dessen Wanne aus man durch große Dachschrägenfenster in den Himmel schaut. Außerdem sind hier das stilvolle Schlafzimmer für die Eltern und die nicht minder geräumigen Kinderzimmer untergebracht. Hier erlaubt gewaffelter Teppichboden allzeit Barfußgehen.

Die Verwendung von viel Weiß - nur die Küche ist dunkel gehalten - schafft eine lichte Atmosphäre; Akzente in Beige und Grau bringen zugleich optische Wärme. Pfiffig wirken auch die in die Höhe statt in die Breite gestreckten Heizkörper, die Gestaltungsfreiheit an den Wänden lassen. Das Haus ist das Beispiel einer rundum gelungenen Sanierung für einen finanziellen Aufwand von etwa 1000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche.

Quelle: RP
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