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Krefeld
Schnäppchenjäger auf dem Sprödentalplatz

Krefeld: Schnäppchenjäger auf dem Sprödentalplatz
480 Plätze waren am Samstag für den Kindertrödelmarkt auf dem Sprödentalplatz vergeben, nur rund 430 Angemeldete kamen. Heike Hagedorn und Enkelin Jana haben unter anderen einen Pavillon eingepackt, der sie und die Ware vor Regen schützen sollte. FOTO: Lammertz
Krefeld. "Wie gut, dass wir heute Morgen den Pavillon eingepackt haben. Zuerst wollten wir nur eine Plane mitnehmen", meint Heike Hagedorn und blickt am Samstag in Richtung Himmel, der gerade wieder einmal seine Schleusen geöffnet hat. Von Bianca Treffer

Das stört sie und ihre Tochter Jennifer Grootens aber nicht weiter. Ihre Ware, allen voran Kinderbekleidung aus der die Tochter bzw. Enkeltochter herausgewachsen ist, liegt unter dem blau-weiß-gestreiften Zelt trocken und geschützt, was auch für die beiden Frauen gilt. "Was ich heute hier verkaufe, ist schon wieder das Startkapital für das nächste Einkleiden meiner Tochter", sagt Grootens, wobei ihre Mutter bemerkt, dass sie die anderen Stände schon für Größe 80 bis 86 abgelaufen ist, aber nicht fündig wurde.

Am Nachbarstand ruft ein Hüpfzebra inmitten von Kinderbekleidung und weiterem Spielzeug Kaufinteresse hervor. "Funktioniert das noch?" möchte eine junge Frau mit Kinderwagen wissen und deutet auf das Zebra. Eine Frage, die nicht nur mit einem Nicken beantwortet wird, sondern es gibt direkt den Beweis dazu. Auf ein Knöpfchen gedrückt und das Zebra beginnt zu wackeln und zu blinken. Allerdings werden sich Händlerin und Käuferin nicht über den Preis einig, das Zebra bleibt an Ort und Stelle stehen.

"Ich habe Bücher und Schmuck aussortiert. Was ich heute verkaufe, das ist mein Urlaubsgeld", berichtet indes Sara-Michelle, die ihre Mutter tatkräftig beim Verkaufen unterstützt und einer potenziellen Käuferin gerade mitteilt, dass die bunten Holzfiguren fürs Fenster 50 Cent kosten. Auch die beiden sind froh über den blauen Pavillon, den sie zusätzlich mit einer großen Plane abgedeckt haben.

Wer einen Pavillon mitgebracht hat, der ist an diesem Tag generell im Vorteil. Immer wieder gehen mehr oder minder starke Regenschauer nieder. Andere schützen ihre Tische mit Plastikfolie oder räumen Kartons, Bücher, Spiele und Co in den aufgeklappten Kofferraum. "Wir haben heute viele Kunststoffsachen dabei, denen macht der Regen nichts aus", bemerkt Adolf Merks. Die Schleich-Tiere von Sohn Mika trotzen so dem Regen und rufen das Interesse von etlichen Käufern hervor. "Meine ganzen Lego-Techniksachen habe ich schon verkauft und von den Schleich-Sachen sind schon rund 80 Prozent weg", erzählt der 13-Jährige, der genau wie seine Schwester kräftig aussortiert hat. Allerdings sind es bei ihr die Monster-High-Puppen, die sie zum Verkauf frei gegeben hat. Ebenfalls sehr begehrte Objekte, zumal diese Puppen im Original-Karton angeboten werden, was den Wert erhöht.

Gerade hört es wieder auf zu regnen. Merks nimmt die Deckel der grauen Kisten ab, in denen die Familie Spiele und Bücher mit auf den Trödel genommen hat. An anderen Tischen ziehen die kleinen und großen Verkäufer Planen herunter und rücken ihre Waren wieder ins rechte Licht. Es wird von unten gegen vom Regen eingedellte Pavillondächer gestupst, um die Wassermengen loszuwerden. "Das Wetter spiegelt sich deutlich wider. Wir hatten 480 Plätze vergeben. Rund 430 Angemeldete sind gekommen. Davon sind aber etliche schon wieder weggefahren, weil sie einfach nicht auf solches Regenwetter eingerichtet waren oder einfach keine Lust mehr hatten, weil es doch sehr ungemütlich ist", sagt der städtische Mitarbeiter Detlef Könkes, der gerade zusammen mit Kollegin Alexandra Wiener eine Runde über den Sprödentalplatz dreht. Die Lücken zwischen den einzelnen Ständen werden immer größer, aber nichtsdestotrotz reißt der Strom der Schnäppchenjäger nicht ab.

In Gummistiefeln, Regenbekleidung und mit Regenschirmen bewaffnet, schlendern sie entlang der Stände, gucken, handeln und kaufen. "Ich habe schon manchen Schnapper gemacht. Gerade, weil es heute nicht ganz so voll ist wie sonst, sind viele zum Handeln bereit. Sie wollen die Menge der Sachen einfach nicht wieder mit nach Hause nehmen", sagt Magdalene Scholz. Mancher denkt auch schon an Weihnachten. "Ich habe mir einfach mal aufgeschrieben, was sich meine Enkel wünschen. Einiges habe ich heute wirklich gefunden und das so gut wie neu, allerdings bedeutend günstiger als die Neuware", freut sich ein 58-jähriger Krefelder über seine Einkäufe, die jetzt erst einmal auf dem Dachboden verschwinden werden.

Quelle: RP
 
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