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Krefeld
Schönhausen-Chor glänzt im Wechsel mit Jazz-Pianist Randalu

Krefeld. Überfüllt war die Matthias-Kirche in Hohenbudberg bei "Chor und Jazz am Fluss". Das Publikum feierte den Krefelder Chor und den Solisten aus Estland.

Zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden am Dienstagabend in St. Matthias Hohenbudberg zum Konzert "Chor und Jazz am Fluss" - so viele Zuhörer waren gekommen, um den Schönhausenchor und sein geistliches Liedgut im Wechsel mit dem aus Estland stammenden Jazz-Pianisten Kristjan Randalu zu erleben.

Auch im Chor-Repertoire, in dem die Gesänge "Ave Maria Stella" mit vier Vertonungen und "Ubi Caritas" mit zwei Versionen die Schwerpunkte bildeten, waren baltische Künstler präsent: die lettischen Tonsetzer Ilze Arne und Juris Karlssons. Ihnen gegenüber standen mit Edvard Grieg, Trond Kverno und Ola Gjeilo drei Norweger sowie der Amerikaner James Biery und der Brite David Briggs. Stefan Claas und Wolfram Buchenberg als deutsche Landsleute rundeten das Spektrum der Komponisten ab und setzten mit ihren Abendliedern jeweils zum Schluss der Konzerthälften besondere Akzente.

Der Schönhausenchor präsentierte sich in gewohnt hochklassiger Form, glänzte in der ausgezeichneten Raumakustik der seit 1150 bezeugten Uerdinger Kirche mit klarem Ton und Transparenz und brachte jene faszinierende Mischung aus emotionaler Wärme und klanglicher Kühle zuwege, die der baltischen Gesangstradition zu eigen ist. Die Sänger waren auch für die Überraschung gut, "Kein schöner Land in dieser Zeit" so zu singen, als sei das Arrangement für die Don Kosaken geschrieben worden.

Den größten Reiz dieses Abends aber machte zweifellos der Wechsel mit den stets nur als "Piano solo" betitelten Beiträgen von Randalu am Flügel aus. In seinem Spiel erinnerte er in gewisser Weise an den jungen Keith Jarrett der Köln-Bremen-Lausanne-Phase. Bestimmte Aufwärtsläufe, die Vorliebe für moderat treibendes Mäandern und gewisse Aspekte der Phrasierung waren ähnlich, allerdings bei flotterem Grundtempo. Randalu wirkte nicht so überzeugend wie Jarrett, wenn er dramatisch wurde. In der Lieblichkeit fabulierte er am besten, versonnenes Jubilieren war sein stärkstes Fach. Tosend war der Jubel des Publikums für Chor und Solist, und beide mussten Zugaben geben.

Der Schönhausenchor bedankte sich mit einem seiner Hits: "Der Mond ist aufgegangen" - passend zur Abendstimmung draußen am Rhein.

(MoMe)
 
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