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Krefeld
Schon 59 Paten für drei Erdmännchen

Krefeld. Bei der Jahreshauptversammlung der Zoofreunde waren die putzigen Mangusten die Stars. Von Bärbel Kleinelsen

Ganz Krefeld ist im Erdmännchenfieber. Die putzigen Mangusten sind Stadtgespräch Nummer eins, wie Oberbürgermeister Frank Meyer Mittwochabend auf der Jahreshauptversammlung der Krefelder Zoofreunde feststellte. Dabei sind die Kerlchen mit der schwarzen Augenmaske noch gar nicht in Krefeld angekommen.

Trotzdem haben sie bereits einen Fanclub. Zu dem gehört auch Friedrich R. Berlemann, der Vorsitzender der Zoofreunde, der passend dazu an diesem Abend ein Erdmännchen-T-Shirt trug. Der Vorsitzende nannte Zahlen: Die seit Jahren unangefochtenen Lieblingspatentiere, die Humboldt-Pinguine, müssen um ihren ersten Platz (88 Paten) in der Gunst der Besucher bangen. Denn schon 2016 standen die Erdmännchen mit 59 Paten auf Platz zwei und damit in den Startlöchern, den Frackträgern das Siegertreppchen streitig zu machen.

In gut zwei Wochen sollen die drei Bewohner der neuen Erdmännchen-Lodge an der Uerdinger Straße eintreffen. Das Männchen stammt aus dem Leipziger Zoo, die zwei Weibchen kommen aus Suhl. Wie bei Erdmännchen üblich sucht sich der Mann nur eine Partnerin, mit der er Nachwuchs zeugen wird. Das Trio können die Besucher bei der Eröffnung der Anlage am 18. Mai erstmals sehen.

Beliebt sind aber nicht nur die flinken Mangusten, sondern auch die Krefelder Zoofreunde, die sich im vergangenen Jahr über 54 neue Mitglieder freuen durften. Die 3000-Mitglieder-Marke knackten sie damit aber nicht. Aktuell sind es 2813 Mitgliedern, die den Zoo fördern. Berlemann erklärte: "Heute gibt es viele kleine Familien und Einzelpersonen. Früher waren deutlich mehr Großfamilien unsere Mitglieder. Das macht sich in den Zahlen bemerkbar."

Insgesamt konnten die Zoofreunde mit dem Verkauf von 160.000 Losen in 2016 gut 47.000 Euro Reinerlös erzielen. Acht Baumfreundschaften brachten 1316 Euro, die 595 Tierpatenschaften noch einmal 56.740 Euro. Erfolgreich ist auch die neue Aktion "RhinoArt" angelaufen. Bereits 50 von Künstlern gestaltete Nashörner haben ihren Besitzer gewechselt und für Spenden in Höhe von über 13.000 Euro gesorgt.

Mit diesem Ergebnis zeigte sich auch Schatzmeister Peter Sulies zufrieden, der den Kontostand Ende 2016 mit 877.836 Euro bezifferte. Damit durften sich die Zoofreunde über einen Jahresüberschuss von 155.000 Euro freuen. Das Geld kommt natürlich dem Zoo zugute, der von den Förderern seit der Gründung der gemeinnützigen GmbH mit 4,5 Millionen Euro unterstützt wurde. Seit Gründung des Fördervereins 1972 flossen insgesamt zehn Millionen Euro in den Ausbau des Krefelder Zoos.

Die Besucher danken es den Zoofreunden. Auch 2016 kamen sie zahlreich, wie Zoo-Chef Wolfgang Dreßen berichtete. So konnte der Zoo insgesamt 280.203 Tageskarten verkaufen und damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Verkauf der Jahreskarten (12.426) stieg um 4,5 Prozent. Und das ganz ohne Erdmännchen. Man darf also gespannt sein, welchen Rekord das laufende Jahr dem Zoo bescheren wird.

Das Zoo-Team hat noch viel vor, wie Dreßen erklärte. So wird nicht nur das Vogeltropenhaus weiter saniert, auch die Pelikan-Lagune nimmt Gestalt an. Ein Haus soll dafür sorgen, dass die großen Vögel ungestört von den Kranichen gefüttert werden können. Dank des wärmenden Unterstandes können die Pelikane in Zukunft auch im Winter auf der Anlage bleiben.

Die Versammlung schloss - nein, nicht mit Erdmännchen - sondern mit Baumkängurus. Über die bedrohte Tierart, die es auch im Krefelder Zoo gibt, berichteten die Forscher Jim und Jean Thomas, die im Regenwald von Neu-Guinea ein Tier- und Naturschutzprojekt betreiben. Der Krefelder Zoo unterstützt dieses Projekt mit 5000 Euro.

Quelle: RP
 
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