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Krefeld
Schwanenmarkt plant große Lösung

Krefeld: Schwanenmarkt plant große Lösung
Der Stichweg soll bebaut werden, um den Schwanenmarkt-Brunnen ist Außengastro geplant. FOTO: Lammertz
Krefeld. Im Bereich von Greve soll ein zweiter Eingang zur Hochstraße entstehen. Am Schwanenbrunnen ist Außengastronomie geplant. Das Parkhaus soll aufgestockt werden. Von den Plänen einer Tiefgarage an der Dio-Kirche wird Abstand genommen. Von Sebastian Peters und Jens Voß

Die CEMAGG GmbH mit Sitz in Karlsruhe treibt ihre Pläne für die Entwicklung des Krefelder Schwanenmarktes voran. Nach dem Kauf des Gebäudes von Greve Moden (unsere Redaktion berichtete) ist eine starke Erweiterung der Verkaufsfläche geplant. Wie Andreas Thielemeyer als Center-Manager des Schwanenmarkts auf Anfrage gestern mitteilte, wird der Plan einer Tiefgarage neben der Stadtkirche St. Dionysius derzeit nicht weiterverfolgt. Stattdessen ist das Ziel, das vorhandene Parkhaus zur Evertsstraße erst abzureißen und dann ein höheres Parkhaus dort zu errichten, oben weitere Parkplätze anzulegen und in den unteren Etagen weitere Geschäfte anzusiedeln. Bisher gibt es 600 Parkplätze, 300 im Parkhaus, 300 in einer vorhandenen Tiefgarage unter dem Schwanenmarkt. "Diese Zahl wollen wir halten", sagt Thielemeyer.

Im vergangenen Jahr hatte die CEMAGG bei der Immobilienmesse Expo Real in München ihre Planung für den Schwanenmarkt erstmals präsentiert, nachdem dieser 2014 durch die israelischen Brüder Pinchas und Samuel Schapira gekauft worden war. Die weitere Entwicklung der Pläne wird nächste Woche erneut in München gezeigt.

Die 1976 eröffnete Passage verfügt über 11.100 Quadratmeter Verkaufsfläche mit rund 40 Shops, 760 Quadratmeter Bürofläche sowie 220 Wohnungen. Die Pläne für den Neubau seien noch nicht "final", aber ambitioniert, sagt Thielemeyer: "Wir wollen mit breiter Brust an der Hochstraße stehen. Der Schwanenmarkt soll das Schmuckstück der Innenstadt werden." Attraktiv ist aus seiner Sicht insbesondere die Gestaltung des Platzes rund um den Schwanenbrunnen. "Wir möchten den Platz beleben." Er könne sich dort Außen-Gastronomie vorstellen, eine Überdachung ist noch nicht gänzlich ausgeschlossen.

Bisher sei ein Nachteil, dass der Süd-Eingang des Schwanenmarktes von der Hochstraße aus nur schlecht zu sehen ist, sagt Thielemeyer. Der Kauf von Greve biete die Chance, einen zweiten Eingangsbereich an der Hochstraße zu schaffen - wie neben Heinemann. "Durch Greve haben wir die Chance, mehr Front zur Hochstraße zu bekommen." Ob auch das Walbusch-Geschäftshaus gekauft ist, wollte Thielemeyer nicht mitteilen. "Da gibt es noch nichts zu vermelden." Entwickelt werden solle aber auf jeden Fall die Stichstraße zwischen Walbusch und dem jetzigen Schwanenmarkteingang. Die Planungen seien ein fortlaufender Prozess, sagt Thielemeyer. Weil das Greve-Haus ab 1. Februar bis 31. August 2016 zunächst an Sinn zwischenvermietet werde, gebe es keinen Zeitdruck.

Auch der rückwärtige Eingang zur Dio-Kirche hin soll aufgewertet werden. Thielemeyer missfällt es, dass die Fenster dort zugeklebt sind. "Die Schaufenster dort kann man nutzen, wir brauchen mehr Verbindung zum Dionysius-Platz."

Offen ist noch, was mit der Häuserfront an der Hochstraße zwischen H & M und dem verkauften Schnitzler-Haus neben Greve geschieht. Thielemeyer sagt: "Diese Objekte sind nicht zwingend notwendig", verneint aber auch nicht, dass sie interessant für die Entwicklung sind. Es gibt Bestrebungen, das Schnitzler-Haus unter Denkmalschutz zu stellen. Die SPD-Politikerin Gerda Schnell, Mitglied des Denkmalausschusses, hat sich mit einer Anregung an die Untere Denkmalbehörde der Stadt gewandt und will die Unterschutz-Stellung beantragen. Nach einer ersten Einschätzung der Behörde ist das Gebäude tatsächlich "denkmalwert", und zwar nicht nur die Fassade. "Baugeschichtlich viel bedeutender" sei die Erschließung des außerordentlich schmalen Gebäudes mit einer raumsparenden, aber hervorragend begehbaren Betontreppe", heißt es.

Andreas Thielemeyer hat sich sehr positiv über die Fassade geäußert: "Die ist doch sehr schön." Über die Pläne für diesen Komplex hat er jedoch nichts gesagt - immerhin zeigen andere Beispiele, dass man historische Gebäude sehr schön in moderne Partien integrieren kann.

Den Schapira-Brüdern wird zudem nachgesagt, dass sie in Innenstädten durchaus mit Feingefühl und Rücksicht auf geschätzte Bausubstanz agieren.

Quelle: RP
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