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Krefeld
Schweinerock aus dem Schweinebunker

Krefeld: Schweinerock aus dem Schweinebunker
Der Schweinebunker an der Oppumer Straße. Über dem Eingang sind noch die Halterungen für das Werbeschild einer Metzgerei zu sehen. FOTO: Lammertz
Krefeld. Einen Tag vor dem dritten Advent verteilt die Krefelder Band Earmarked am 10. Dezember in der Siegerlandhalle in Siegen keine Geschenke. Statt Kerzen, Tannengrün und Nächstenliebe für die Mitbewerber beim Deutschen Rock- und Pop-Preis will das Quartett aus der Seidenstadt die 4500 Besucher und die Jury mit einem vollen Brett rockiger Hardcore-Musik für sich gewinnen. Von Norbert Stirken

Der Proberaum im Schweinebunker an der Oppumer Straße ist das zweite Zuhause von Sven Brookshaw, Thomas Adler, Frank Josten und Christian Schnorr. Die Musiker der Band Earmarked grooven sich für ihren Auftritt vor großem Publikum in der Siegerlandhalle beim Finale des Deutschen Rock- und Pop-Preises ein. Das Quartett aus Krefeld will am Samstag, 10. Dezember, keinen Zweifel daran lassen, in welche Kategorie ihre Musik gehört. Offiziell startet Earmarked im Alternative Rock. Ältere Semester würden ihre Songs dem in den 1990-er-Jahren entstandenen Genre Nu Metal zuordnen. Eine musikalische Verwandtschaft mit berühmten Gruppen wie Tool, den Deftones oder Rage Against The Machine ist nicht zu leugnen. Laut und leise, kraftvoll und sensibel, einfühlsam und aggressiv - Sänger Sven Brookshaw zeigt die ganze Bandbreite der Klaviatur. Manche sagen auch Schweinerock zu dem fetten Gitarrensound. Das passt außerdem wunderbar zum Schweinebunker an der Oppumer Straße. Der Betonklotz aus dem Zweiten Weltkrieg hat diesen Namen übrigens bekommen, weil dort lange Zeit eine Werbetafel angebracht war, die für eine Metzgerei mit Partyservice geworben und das Bild einer rosa Sau gezeigt hat.

Earmarked hat sich im Jahr 2008 zusammengefunden. Zuvor spielten die zwischen 32 und 40 Jahre alten Mitglieder in anderen Bands. Bis die heutige Formation gefunden war, dauerte es einige Zeit. Am Ende schrumpfte das Gründerquintett in ein Quartett. "Das ist auch der Grund, warum wir sehr lange an unserem Album ,Can't Escape' gearbeitet haben", berichtet Schlagzeuger Christian Schnorr. Fünf Jahre feilte Earmarked an den Songs, passte die Arrangements an. Rhythmusgitarrist Thomas Adler übernahm zusätzlich auch die Soloparts. Ein Bassist ging, Frank Josten kam. Am Ende spielte die Band ihr Material am Dießemer Bruch in den Ezy Soundz Studios ein. Carsten Schmidt gab dort die guten Tipps zu den punktgenau eingesetzten Samples, Intros und Zwischenparts. In der Siegerlandhalle performt Earmarked seinen eher melancholischen Song "Alive", bei dem Sven Brookshaw in bester Maynard-James-Keanan-Manier seine warme Stimme einsetzt.

In der legendären und 1961 erbauten Siegerlandhalle findet Deutschlands ältester und erfolgreichster Wettbewerb der Popularmusik zum 34. Mal statt. Rund 80 Einzelinterpreten und Bands aus den unterschiedlichsten musikstilistischen Bereichen der Rock- und Popmusik stellen sich mit jeweils einem Song live den Juroren und dem Publikum vor. Plattenmillionäre wie Pur, Juli, Yvonne Catterfeld, aber auch Pasquale Aleardi oder Luxuslärm nahmen an diesem kulturellen Wettbewerb teil und nutzten den Titel als Sprungbrett für ihre Karriere. Für Earmarked bedeutet der Auftritt eine Art Initialzündung. Im kommenden Jahr möchte die Band häufiger live auftreten als in der Vergangenheit. Die vielen Stunden im Schweinebunker haben den Schweinrock reifen lassen - Earmarked ist reif für die Bühne.

Quelle: RP
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