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Krefeld
Sechsspuriger Ausbau der A57 beginnt 2017

Krefeld: Sechsspuriger Ausbau der A57 beginnt 2017
Blick von der Brücke der Bösinghovener Straße auf die A57. Links ist der Rastplatz Geismühle zu sehen. FOTO: Ulli Dackweiler
Krefeld. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 212 Millionen Euro. Insgesamt 75 Millionen Euro werden allein in Lärmschutzmaßnahmen investiert. Glaswände ermöglichen auch künftig den Blick auf die Geismühle. Von Joachim Niessen

Im kommenden Jahr wird es ernst: 2017 startet der sechsspurige Ausbau der A 57 im Bereich Krefeld zwischen der Anschlussstelle Moers-Kapellen und der Rastanlage Geismühle. Das erklärte Michael Heinze, Leitender Ministerialrat im NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr. Die Gesamtkosten des 10,2 Kilometer langen Teilstücks sollen 212 Millionen Euro betragen. "Rund 75 Millionen Euro werden in den Lärmschutz investiert", so Heinze in einer gemeinsamen Sitzung des Krefelder Planungs- und des Bauausschusses. Ursprünglich waren hierfür nur 50 Millionen Euro vorgesehen. SPD-Ratsherr Jürgen Hengst geht davon aus, dass das gesamte Projekt nach einer Bauzeit von rund zehn Jahren abgeschlossen ist.

Das Paket ist ehrgeizig, das die Planer um Athanasios Mpasios und Michael Kaufmann von Straßen NRW, Projektgruppe BAB in Krefeld, in diesem Bereich der A 57 angepackt haben: Drei Anschlussstellen auf Krefelder Gebiet sowie die Anschlussstelle Moers-Kapellen sind eingebunden. 16 Krefelder Brücken werden von der Maßnahme betroffen sein. Und doch: "Am Ausbau der Autobahn führt mit Blick auf das Verkehrsaufkommen kein Weg vorbei", erklärte Kaufmann den Ausschussmitgliedern. Die Grenze der Leistungsfähigkeit einer vierspurigen Autobahn liegt bei 74.000 Kraftfahrzeugen am Tag. "Wir erwarten in unserer Prognose 2030, dass mindestens 100.000 Fahrzeuge täglich die A 57 in diesem Abschnitt nutzen werden." Der Experte geht davon aus, dass das sechsspurige Teilstück nach der Fertigstellung ebenfalls als "Stadtautobahn" genutzt wird und so auch innerstädtische Straßenzüge entlastet. Und: "Die heute bestehenden Zuflussregelungen sind dann nicht mehr nötig." Die Arbeiten sind in vier Bereiche aufgeteilt: Start ist im kommenden Jahr in Höhe Oppum, ab 2019 ist der Abschnitt Geismühle vorgesehen, 2021 das Teilstück "Krefeld". Abschließend folgt der Abschnitt in Richtung Kapellen", sagte Kaufmann.

Massiv verbessert wird nach Aussage der Planer der Schallschutz an der sechsspurigen Ausbaustrecke. So werden gebogene Lärmschutzwände von bis zu 7,50 Meter Höhe verbaut, dazu gibt's auf der kompletten Strecke Flüsterasphalt, der allein die Lärmbelastung um fünf Dezibel reduzieren soll. "Wir haben jetzt zehn Kilometer Lärmschutzwand, nach der Fertigstellung werden es 14 Kilometer sein. Teilweise wird es auf dem Mittelstreifen zusätzlichen Lärmschutz geben", so Heinze. "Und ich verspreche, der Flüsterasphalt wird alle zehn Jahre auf der gesamten Strecke erneuert." Von den bestehenden Anlagen zur Lärmreduzierung wird keine erhalten bleiben. Kaufmann: "Wir werden von Fall zu Fall entscheiden, ob wir im Rahmen des Fahrbahnbaus hinter bestehendem oder neuem Lärmschutz arbeiten, um die Belastung für die unmittelbaren Anwohner so weit wie möglich zu verringern." Er räumte aber auch ein, dass einige Hochhäuser in einem kleinen Stück an der Uerdinger Straße nicht von den neuen Lärmschutzmaßnahmen profitieren: "Hier werden passive Maßnahmen wie der Einbau von neuen Fenstern nötig sein."

Intensive Gedanken haben sich die Planer über die Geismühle gemacht. Hier soll durch Glaswände der Blick auf das historische Bauwerk weiter möglich sein. Allerdings: Eine niedrigere Lärmschutzwand wird es dort nicht geben. Die Mühlenfreunde fürchten, dass bei einer Höhe von 7,50 Meter zu wenig Wind an der Mühle ankommt, um die Flügel anzutreiben. Kaufmann: "Auch die Anwohner an der Geismühle haben ein Anrecht auf Lärmschutz an 24 Stunden am Tag und 365 Tagen im Jahr."

Keine zusätzlichen Maßnahmen wird es in Höhe des Elfrather Sees geben. "Lärmschutz für Naherholungsgebiete ist leider nicht vorgesehen", sagte Ministerialrat Heinze und ergänzte: "Es sei denn, dass, wie an einer Autobahn in Düsseldorf, die Stadt die Kosten übernimmt." Übrigens: Bezüglich der Gestaltung aller Lärmschutzwände wird es einen Wettbewerb geben. Heinze: "Hierbei werden die Bürger frühzeitig eingebunden."

Quelle: RP
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