| 00.00 Uhr

Krefeld
Second-Hand-Orgel für St. Karl Borromäus

Krefeld: Second-Hand-Orgel für St. Karl Borromäus
Kantor Christoph Scholz (sitzend) mit seinem Namensvetter, dem Orgelbauer Martin Scholz, mit einem portablen Stimmgerät vor der Verschueren-Orgel in der St. Karl Borromäus-Kirche. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Nach 17 Jahren mit Provisorien erklingt nun am 27. September in der Oppumer Gemeinde erstmals die 35 Jahre alte, neu überarbeitete Verschueren-Orgel. Kantor Christoph Scholz hat sie in den Niederlanden gefunden. Von Jochen Lenzen

Seit Einweihung der Kirche im Jahr 1998 mussten sich die Gemeinde von St. Karl Borromäus am Fungendonk und Kantor Christoph Scholz zunächst mit einer kleinen elektronischen Orgel aus der Alten Kirche und anschließend mit einem weiteren provisorischen, nur fünf Register umfassenden Instrument zufriedengeben. Diese Zeit ist nun vorbei. Am Sonntag, 27. September, wird die neue, gebrauchte Verschueren-Orgel im 9.30 Uhr-Gottesdienst eingeweiht. Der Mönchengladbacher Orgelbauer Martin Scholz, weder verwandt noch verschwägert mit dem Kantor, hat jetzt mit seiner Assistentin Lina Lerche letzte Hand angelegt und das Instrument intoniert.

"Wegen vieler Kirchenschließungen gibt es einen recht großen Markt für gebrauchte Orgeln, den ich schon seit mehreren Jahren beobachte", sagte Christoph Scholz beim Ortstermin. "Das Problem ist, dass viele dieser Orgeln von mangelhafter Qualität sind. Außerdem müssen Größe und Klang zum Kirchenraum passen." Im März dieses Jahres hatte der Kantor schließlich ein Instrument aufgetan, das "technisch in Ordnung und auch klanglich von sehr guter Qualität ist. Außerdem passen Optik und Disposition gut in unsere Kirche", sagt der Kantor.

Die Verschueren-Orgel stammt aus einem Gemeindezentrum im niederländischen Voorthuizen, das sich vergrößern will und die 35 Jahre alte Orgel daher abgeben wollte. "Wir haben für das reine Instrument 39.000 Euro bezahlt; hinzu kommen die Kosten für Transport, Aufbau und Überarbeitung, so dass wir insgesamt 60.000 Euro ausgegeben haben", erläutert Ralph Hoepfer vom Kirchenvorstand.

Die neue gebrauchte Orgel ist gut vier Meter hoch und 2,70 Meter breit, verfügt über elf Register, zwei Manuale und knapp 700 Pfeifen. Eine neue Orgel dieser Art würde 200- bis 250.000 Euro kosten. "Wir haben eine kleine, aber feine Orgel bekommen, die inklusive Preis unseren Gegebenheiten optimal angepasst ist", freut sich nicht nur der Kantor. "Die Orgel ist ein Riesengewinn für unsere Liturgie, die ja zur Hälfte aus Musik und Gesang besteht", ergänzt Pfarrer Hans Russmann.

Da die Gemeinde diese Kosten komplett selbst aufbringt, für die künftige Wartung sorgen und überhaupt das gesamte Kirchengebäude eigenständig unterhalten muss, bittet sie um weitere Spenden. Die Kontonummer sowie weitere Informationen zu Orgel und Veranstaltungen sind über das Internet unter orgelkabo@augustinus-krefeld.de zu bekommen.

"Orgeln werden im Hinblick auf bestimmte historische Literatur gebaut. Unser neues gebrauchtes Instrument ist am niederländischen Barock orientiert. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine barocke Stimmung zu legen, in der übliche Tonarten besonders schön klingen, während sich die weniger gebräuchlichen Tonarten dann etwas herber anhören", erklärt Kantor Christoph Scholz.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Second-Hand-Orgel für St. Karl Borromäus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.