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Krefeld
Seelöwenbulle Edu lässt seine Weibchen links liegen

Krefeld: Seelöwenbulle Edu lässt seine Weibchen links liegen
Bulle Edu ist ein stattlicher Kerl und hat einiges Übergewicht. FOTO: Neuhaus
Krefeld. Krefelds Zoo hat einen neuen Seelöwenbullen. Edu kommt aus dem Zoo in Gelsenkirchen und musste dort als zweites männliches Tier kleine Brötchen backen. In Krefeld soll die elfjährige Ohrenrobbe nun die Nachfolge des an Altersschwäche gestorbenen Chico antreten.

Dem freundlichen und verspielten Chico folgt der grummelige Einzelgänger Edu. An den Weibchen Ännie und Kitai hat er bislang keinen Gefallen gefunden. Stattdessen zieht der Koloss im Becken unentwegt seine Runden. Der Seelöwenbulle schafft es, 15 Minuten am Stück zu tauchen. "Die Zeit haben die Pfleger mit der Stoppuhr genommen", berichtet Zoo-Sprecherin Petra Schwinn im Gespräch mit unserer Redaktion. Noch verbringt der Bulle die meiste Zeit im Wasser, lässt sich auch durch Futter nur selten an Land locken. Er scheut noch den Kontakt mit den Pflegern. "Die müssen vorsichtig sein. Ein Seelöwenbulle soll einem Mann schon einmal eine Kniescheibe weggebissen haben", berichtet Petra Schwinn. Seelöwen seien Raubtiere, die zum Beispiel Pinguine jagten und verzehrten.

Edu hat sich aber bislang nichts zu Schulden kommen lassen, er benötigt offenbar einfach nur Zeit, um sich einzugewöhnen. Er ist jetzt knapp zwei Wochen in Krefeld. Bei seinen Schwimmaktionen ist er manchmal nur schwer zu entdecken. Das Becken hat seit geraumer Zeit keinen hellblauen Untergrund mehr, auf dem die Ohrenrobben sich deutlich abzeichneten. Der Boden ist mit Algen bewachsen. "Das ist eine Folge davon, dass wir das Wasser nicht mehr austauschen, sondern über unsere Pflanzenkläranlage reinigen", erklärt die Zoo-Sprecherin. Für Edu und seine Weibchen sei die neue Wasserqualität und der algenbewachsene Untergrund angenehmer. Das komme dem Meeresboden näher, so Petra Schwinn. Mit einem komplett neuen Becken für die Seelöwen, die in Krefeld seit vielen Jahrzehnten gehalten und gezüchtet werden, sei in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. "Das ist langfristig nicht in der Planung." Sollte einmal genug Geld vorhanden sein, dann könnte ein Becken mit Unterwasserscheibe den Besuchern die Sicht auf tauchende Seelöwen ermöglichen.

(sti)
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