| 00.00 Uhr

Krefeld
Selig spielte noch, als das Licht schon brannte

Krefeld: Selig spielte noch, als das Licht schon brannte
Große Show mit der Kultband: Selig wurden in der in der Kulturfabrik heftig gefeiert - völlig zu Recht. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Als nach der dritten Zugabe und über zwei Stunden Spielzeit das Licht im großen Saal der Kulturfabrik bereits aufgeflammt war und erste Zuschauer den Saal verließen, da standen die Künstler von Selig immer noch auf der Bühne und verneigten sich. Dann nahm Gitarrist Christian Neander eine Akustikgitarre und Sänger Jan Plewka sang zum Abschluss "Regenbogenleicht". Die Besucher dankten der Band mit großem Applaus für einen gelungenen Auftritt in Krefeld. Von Sven Schalljo

Vorangegangen war ein Abend, an dem die Künstler ihr Publikum beim bestens besuchten Konzert mit zunehmender Spielzeit immer mehr in ihren Bann zogen. Dabei machten sie nicht nur Musik, sondern verbreiteten immer wieder auch eine Botschaft: "Lasst uns miteinander reden, anstatt Bomben zu werfen", sagte Plewka, fraglos an die Adresse der Führer dieser Welt, die gerade die Konfrontation in Syrien und an anderen Orten betreiben. Den Menschen im Saal rief er zu: "Lasst uns Träumer sein und die Zukunft mit Liebe und gegenseitigem Respekt gestalten."

Den Titelsong ihrer Tour "Kashmir Karma" spielten Selig erst bei der zweiten Zugabe. Diese enthielt auch den wohl bekanntesten Song der Band, die seit dem Abgang von Keyboarder Malte Neumann im Jahr 2014 als Quartett unterwegs ist: "Ohne Dich". Spätestens hier sang jeder Besucher aus voller Kehle mit, und die Stimmung erreichte den Höhepunkt. Bereits zuvor quittierten die Fans immer wieder mit Begeisterung die Darbietung der Hamburger. So zum Beispiel als Bassist Leo Schmidthals beim Song "Bruderlos" richtig aus sich herausging und sein Spiel mit einer intensiven Tanzeinlage unterlegte und damit so gar nicht dem klassischen Klischee des Bassisten entsprach, der sich in vielen Fällen kaum bewegt und stur an seinem Instrument zupft.

Für Begeisterung sorgte auch Plewka, als er zur dritten Zugabe wieder das Mikro ergriff. "Guten Abend Krefeld. Wir sind Selig und wir waren heute unsere eigene Vorband. Viel Spaß beim Konzert", rief er in den Saal. Dass es am Ende bei noch zwei weiteren Liedern, darunter die Akustikdarbietung von "Regenbogenleicht", blieb, nahm niemand den Musikern übel. Im Gegenteil, die Reaktionen am Ausgang reichten von Lob bis tiefe Begeisterung. Musik und Botschaft, aber auch die Darbietung hatten die Krefelder gepackt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Selig spielte noch, als das Licht schon brannte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.