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Krefeld
Serenaden: Erste Saison ohne den Partner Bayer

Krefeld. Am 2. September startet die 57. Spielzeit der Burgserenaden. Obwohl der finanzkräftige Partner ausgestiegen ist, verspricht das Programm einige Highlights und eine hohe Qualität. Von Mojo Mendiola

Es wird eine besondere Saison auf der Linner Burg. Denn für die 57. Spielzeit der Serenaden im Rittersaal musste das Kulturbüro das Programm erstmals ohne die auch finanziell wichtige Unterstützung von Bayer Kultur stemmen.

Jürgen Sauerland-Freer, Chef des Kulturbüros, und Jürgen Eichendorf, künstlerischer Leiter der Reihe, ist ein Line up auf dem gewohnt hohen Niveau und in ausgewogener Mischung aus arrivierten Ensembles und viel versprechenden Nachwuchsmusikern gelungen. "Damit werden wir auch die überzeugen" , so Sauerland-Freer, "die befürchtet hatten, dass wir das ohne die Unterstützung der Bayer Kulturstiftung nicht mehr schaffen könnten." Nach 75 gemeinsam veranstalteten Konzerten, allesamt von ausgesuchter Klasse, hatte das Bayer-Unternehmen, das den Industriestandort Uerdingen aufgegeben hat, auch die Förderung der Serenaden auf Burg Linn durch seine Kulturstiftung eingestellt.

"Wir sind aber trotzdem nicht ohne Partner", sagt Eichendorf und verweist auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat und der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung Herdecke. Mit dem Musikrat werden dessen Preisträger Trio Kontra und Goldmund Quartett präsentiert, mit der renommierten Stiftung aus Herdecke das Gitarrenduo "Two For Twelve" und das Rheinklang Quintett.

Im Oktober darf man sich auf den noch nicht feststehenden Preisträger in der Kategorie Streichquartett des ARD Musikwettbewerbs 2016 freuen, und auch im Februar wartet ein besonderes Highlight: Karla Schröter, eine Musikerin von ausgesuchtem Temperament und Meisterin unter anderem auf der nur zwei Oktaven umfassenden Barock-Oboe, kommt mit ihrem Partner Harald Hoeren am Cembalo. Gemeinsam werden sie Kompositionen aufführen von Johann Sigismund Weiss, Johann Georg Linike und William Babell, die zwar nahezu vergessen, aber keineswegs weniger reizvoll sind als der gängige Kanon von Bach, Händel und Co.

Kulturdezernent Gregor Micus zog zufrieden Bilanz der vergangenen Spielzeit der weit über die Stadt hinaus geschätzten kammermusikalischen Veranstaltungsreihe des Kulturbüros. So konnte er im Vergleich auf einen konstanten Abo-Verkauf und sogar einen leicht gestiegenen Einzelkarten-Verkauf verweisen. Hilfreich war dabei sicher auch der Umstand, dass die Preise von 15 Euro für das einzelne Ticket und 63 Euro für das Wahl-Abo bereits seit 2011 stabil gehalten werden konnten. Und so wird es auch 2016/17 bleiben.

Gern geben die Veranstalter ein Kompliment an das Serenadenpublikum weiter, das Musiker immer wieder äußern: Die Zuhörer seien immer ganz besonders aufmerksam und dabei begeisterungsfähig.

Quelle: RP
 
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