| 00.00 Uhr

Krefeld
Siemens: 250-Millionen-Auftrag für Uerdingen

Krefeld: Siemens: 250-Millionen-Auftrag für Uerdingen
FOTO: www.siemens.com/press
Krefeld. Siemens hat für sein Zugwerk in Uerdingen erneut einen Auftrag aus England an Land gezogen: In Krefeld sollen für rund 250 Millionen Euro 150 Wagen für Nahverkehrszüge produziert und an Govia Thameslink Railway (GTR) in London geliefert werden. Von Norbert Stirken

England ist für die Siemens-Zugsparte gleichsam ein Heimspiel. Im Mutterland der Eisenbahn ist der deutsche Konzern schon mehr als 170 Jahre erfolgreich aktiv. Beispielhaft dafür steht der sogenannte Thameslink-Großauftrag über 1,8 Milliarden Euro für 1140 Wagen, der bis 2018 im Zugwerk Uerdingen noch für Beschäftigung sorgt.

Gestern meldete Siemens neue Aufträge für sein Vorzeigewerk in Krefeld: Die Spezialisten aus Uerdingen werden weitere 25 Nahverkehrszüge für Govia Thameslink Railway (GTR) in London bauen und liefern. Die neuen Züge ersetzen die derzeitige Zugflotte auf der Great-Northern-Strecke. Die 25 klimatisierten, sechsteiligen Züge bestehen aus insgesamt 150 Wagen, die im Siemens-Werk in Krefeld gebaut werden. Der Auftrag hat ein Volumen von 256 Millionen Euro (rund 200 Millionen britische Pfund). Die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 geplant.

Die neuen Vorortzüge werden zwischen den Stationen Moorgate in der Londoner Innenstadt und Welwyn sowie zwischen Moorgate und Hertford, Stevenage und Letchworth verkehren. Sie ersetzen die derzeit eingesetzte Klasse 313, die 1976/77 gebaut wurde und die ältesten in Betrieb befindlichen elektrischen Züge in Großbritannien sind. Die neuen Fahrzeuge sind eine Variante der Klasse-700-Züge, die Siemens bereits für den Betrieb auf der Thameslink-Strecke an GTR liefert. Basis beider Züge ist die Desiro-City-Plattform von Siemens.

Charles Horton, CEO von GTR, sagte: "Wir freuen uns, dass wir die Finanzierung für diese neue Flotte gesichert haben. Die Fahrgäste auf der Great-Northern-Strecke erwartet eine moderne, hochwertige Umgebung, die dem derzeitigen Service mit 40 Jahre alten Zügen um Lichtjahre voraus ist. Wenn die neuen Züge in Betrieb gehen, wird sich die Taktfrequenz außerhalb der Stoßzeiten und an Wochenenden deutlich erhöhen und in geringerem Maße auch im Berufsverkehr am Morgen und abends. Die neuen Moorgate-Züge sind nur eine von drei bedeutenden Fahrzeugflotten, die wir einführen, um unseren Service kontinuierlich zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu steigern."

"Dies ist bereits der dritte Auftrag, den wir für unsere speziell für Großbritannien entwickelte Fahrzeugplattform Desiro City erhalten haben. Das Plattform-Konzept wurde auf Basis der bewährten Desiro-UK-Züge im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprogramms mit einem Volumen von rund 50 Millionen Euro entwickelt. Eine Investition, die sich auszahlt", sagte Jochen Eickholt, Chef der Bahnsparte von Siemens.

Die neuen Züge bieten nach Angaben des Herstellers ein komplette Durchgängigkeit des Zuges und damit mehr Raum für Fahrgäste; eine Klimaanlage mit CO2-Sensoren, die sich entsprechend des Fahrgastaufkommens automatisch reguliert; Fahrgastinformationssystem mit Echtzeitinformation; behindertengerechte Ausstattung; Steckdosen im ganzen Zug und drahtlosen Internetzugang über W-LAN für die Fahrgäste.

Der Auftritt von Siemens in England, wo der Konzern nicht nur die Wagen liefert, sondern sich auch langfristig um deren Wartung kümmert, ist Vorbild für den neuen Rhein-Ruhr-Express als Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Region. Der Konzern erhielt im vergangenen März offiziell den Zuschlag für einen Rekord-Auftrag. Die am neuen Schienenverkehrskonzept Rhein-Ruhr-Express (RRX) beteiligten Zweckverbände beauftragen Siemens mit der Lieferung von 82 Elektrobetriebzügen vom "Typ Desiro HC". Der Auftrag im Gesamtvolumen von mehr als 1,7 Milliarden Euro ist für Siemens der bisher größte aus dem Bereich des regionalen Schienenverkehrs in Deutschland. Ein großer Teil davon wird im Krefelder Werk an der Duisburger Straße produziert. Im Auftrag ist nach englischem Vorbild auch die Wartung der Züge für die kommenden 32 Jahre enthalten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Siemens: 250-Millionen-Auftrag für Uerdingen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.