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Krefeld
Siempelkamp: Auftragslage über Plan

Krefeld: Siempelkamp: Auftragslage über Plan
Siempelkamp liefert eine Freiform-Schmiedepresse und ein Ringwalzwerk nach Frankreich. Die Montage ist für den Oktober 2016 vorgesehen. FOTO: SK
Krefeld. Die Anlagen- und Maschinenbau GmbH der Siempelkamp Gruppe liegt im Auftragseingang deutlich über den Erwartungen. Jetzt bestellte ein französisches Konsortium eine Produktionslinie mit Presse und Walzwerk. Von Norbert Stirken

Der Auftragseingang bei der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH aus Krefeld liegt in diesem Jahr deutlich über den Erwartungen. "Die nächsten Jahre werden mit Sicherheit nicht leicht", sagt Hans W. Fechner, Sprecher der Geschäftsführung in der Siempelkamp-Gruppe, im Gespräch mit unserer Redaktion. 2015 gestalte sich hingegen sehr positiv. Genaue Zahlen wolle er nicht nennen. Nur soviel: Der Auftragseingang liege gut 20 Prozent über den Planzahlen.

Ganz neu in den Büchern ist die Bestellung des französischen Kunden "Union des Forgerons". Sie hat bei Siempelkamp eine Freiform-Schmiedepresse und ein Ringwalzwerk für ihr Werk in Méréville in Auftrag gegeben. Beide Anlagen sind Bestandteile einer neuen Linie für das Ringwalzen, mit der der Kunde sein Produktspektrum unter anderem um Werkstücke aus Nickelbasislegierungen und Titan sowie anderen, schwer formbaren Metallen für die Luftfahrtindustrie erweitern und seine Produktionskapazität erheblich erhöhen wird. Die Montage der Presse wird im Oktober des kommenden Jahres beginnen, die der Ringwalze etwa drei Monate später. Der Produktionsstart ist für den Sommer 2017 geplant.

Samiron Mondal, der für den Vertrieb im Bereich Metallumformung verantwortliche Geschäftsführer der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau, freut sich, dass ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Herstellung hochwertiger Schmiedestücke und gewalzter Ringe Siempelkamp den Auftrag erteilt hat: "Der Kunde vertraut offensichtlich auf unsere Fähigkeit, ein für ihn maßgeschneidertes System zu liefern, das seinen Anforderungen am besten gerecht wird und dennoch zu seinem Budget passt. Ein Faktor dabei ist, dass wir besonders für die hoch beanspruchten Bauteile, wie beispielsweise die Getriebe, möglichst viele Standardkomponenten nutzen. Für die Auftraggeber bedeutet dies eine beträchtliche Kostenersparnis, denn Wartung und Ersatzteilbeschaffung sind sehr einfach."

Die neue Linie besteht aus einer Freiform-Schmiedepresse und einer Ringwalze, ferner aus den Öfen und Manipulier-Einrichtungen. Die Schmiedepresse stellt eine Kombination aus Freiformschmiede- und Ringvorformpresse dar und bietet so hohe Flexibilität. Zusätzlich zu der Herstellung von Ringrohlingen wird der Kunde mit der Presse klassische Freiform-Schmiedeprodukte mit einem Gewicht von bis zu zehn Tonnen herstellen. Die Presse erzielt unter anderem durch die exakt arbeitende Anhebe- und Zentriereinrichtung eine hohe Genauigkeit für die Lochoperation.

Die Ringwalze, die die Ringrohlinge von der Schmiedepresse verarbeitet, bringt eine Radial- und Axialwalzkraft von jeweils 4000 Kilonewton (kN) auf (entspricht etwa der Gewichtskraft, die auf eine Masse von 40 Tonnen wirkt), der maximale Ringdurchmesser beträgt 2,5 Meter. Sie walzt Ringe bis zu einer Höhe von 70 Zentimeter mit einem Stückgewicht bis zu fünf Tonnen. Siempelkamp liefert die Anlage komplett mit Hydraulik, Elektrik und Walzwerkzeugen. Die jüngst mit neuen Merkmalen weiterentwickelte Softwarelösung, die Siempelkamp speziell für das Ringwalzen entwickelt hat, ermöglicht eine exakte Kontrolle des Walzvorganges. Darüber hinaus unterstützen die hinterlegten Walzstrategien den Anwender bei der Prozessplanung: Mit einer Vorabsimulation, die die Grenzwerte der Maschine berücksichtigt, werden alle relevanten Walzparameter ermittelt. Das Programm nutzt eine Datenbank. Außerdem enthält sie die gängigen Walzkurven und -strategien als Grundlage der Planung. Die errechneten Walzparameter werden an die Maschinensteuerung übermittelt, die einen optimalen Walzablauf sicherstellt und die Parameter prozesssynchron abgleicht. Während des Walzens messen zwei Laser permanent die Abmessungen der Ringe, ferner ist eine Online-Temperaturüberwachung integriert.

Michel Discour, der Président Directeur Général der Union des Forgerons, sieht in der Investition in die neue Anlage ein großes Potenzial für sein Werk: "Wir werden in Zukunft mehr Produkte aus schwer formbaren Werkstoffen herstellen können, die größere Press- und Walzkräfte erfordern. Das umfasst höherwertige Werkstoffe, größere Dimensionen und höhere Einsatzgewichte. Und wir können mehr ausbringen. Wir haben uns auf die flexible Fertigung komplexer Produkte spezialisiert; dabei helfen die neuen Maschinen, denn mit ihnen werden wir kurze Lieferzeiten erzielen."

Quelle: RP
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