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Krefeld
Siempelkamp-Tochter Büttner erledigt Großauftrag für Kanada

Krefeld: Siempelkamp-Tochter Büttner erledigt Großauftrag für Kanada
Direkt neben der Konzernzentrale im Siempelkamp-Hochhaus ist die Tochter Büttner Energie- und Trocknungstechnik GmbH angesiedelt. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Weltweit sind Trocknungsanlagen für Holz und für Lebensmittel der Firma Büttner im Einsatz. Das 1874 in Uerdingen gegründete Unternehmen gehört heute zur Siempelkamp-Firmenfamilie. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Von Norbert Stirken

Im kanadischen Val d'Or wartet der Holzwerkstoffproduzent Uniboard auf einen neuen Spänetrockner samt Beheizungseinrichtung. Die Krefelder Siempelkamp-Tochter Büttner will den Einzugtrommeltrockner mit einem Spandurchsatz von 40 Tonnen pro Stunde komplett mit Lufttechnik und Unterstützungsstahlbau im ersten Quartal des kommenden Jahres liefern. In der Türkei soll noch in diesem Herbst bei einem der weltweit größten MDF-Platten-Produzenten ein Fasertrockner modernisiert werden. Das Unternehmen dort in Kocaeli verfügt bereits über vier Fasertrockner von Büttner. Die Auftragslage bei Büttner sei sehr gut, sagt Ralf Griesche, Unternehmenssprecher der Konzernmutter Siempelkamp.

Dass die erfolgreiche Sparte unter dem Namen Büttner und nicht Siempelkamp firmiere, habe nicht nur nostalgische Gründe, sondern sei auch Marketinggesichtspunkten geschuldet. "Büttner hat einen guten Klang in der Welt, wenn es um Trockner geht", sagt Griesche. Gleichwohl spielt die Marke im Haus Siempelkamp eine besondere Rolle. Das hat folgenden Grund: Firmengründer Gerhard Heinrich Siempelkamp trat in den Anfangsjahren von Büttner als Angestellter in dessen Firma ein, die damals "Rheinische Röhrendampf-Kessel-Fabrik August Büttner & Co" hieß. Siempelkamp konzentrierte sich alsbald auf die Verbesserung von Heizplatten, die in der Seidenindustrie eingesetzt wurden, um dem Material einen schönen Glanz zu verschaffen. Siempelkamp gelang es, durch Präzisionsbohrungen Heizkanäle in Platten zu erzeugen, die die Oberfläche gleichmäßig erwärmten. Der damals noch junge Siempelkamp entdeckte schnell die Potenziale, die in seiner Entwicklung steckten. Er blieb mit Zustimmung August Büttners am Ball und machte sich 1883 selbstständig. Ab sofort vertrieb Siempelkamp die nach seinem System gebauten Dampfpressplatten selbst. Vermutlich wurden sie weiterhin bei Büttner hergestellt. Das weiß man heute nicht mehr so genau.

Ein Spänetrockner: Mit mehr als 1800 gebauten Trocknungsanlagen gehört Büttner zu den bedeutendsten Anbietern auf diesem Sektor. FOTO: Siempelkamp

Das war der Startschuss für die Entwicklung eines imposanten Firmenimperiums im Familienbesitz. Siempelkamp ist heute im Maschinen- und Anlagenbau, in der Gusstechnik und in der Nukleartechnik aktiv.

Der Fachbereich Maschinen und Anlagenbau hat sich auf die Fertigung von Maschinen zur Produktion von plattenförmigen Werkstoffen wie Spanplatten, MDF- und OSB-Platten sowie Platten aus Gummi, Mineralstoffen und Kunststoffen spezialisiert. Ferner werden Anlagen zur Oberflächenvergütung von Holzplatten, Pressen für die Metallumformung angeboten. Mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent bei Holzwerkstoffanlagen ist Siempelkamp Weltmarktführer, mit der Büttner Gesellschaft für Trocknungs- und Umwelttechnik ebenso bei der Trocknung von Spänen, Pellets und Fasern.

1995 wurde Büttner zu einer Tochter der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH. Die ist gleichzeitig auch der größte Auftraggeber für die 80-köpfige Belegschaft, die seit 2012 ihren Sitz am Inrath hat. Der Mietvertrag an der Parkstraße in Uerdingen war ausgelaufen. "Büttner ist ein reines Ingenieurbüro", betont Griesche. In Krefeld werden die Innovationen ausgetüftelt, die dann in Brasilien, Kanada oder der Türkei von dort ansässigen Firmen realisiert werden.

Ein weiter Schritt nach vorn war mit der Übernahme der Metso Panelboard GmbH in Hannover und dem Zusammenschluss zur neuen Büttner Energie- und Trocknungstechnik GmbH in 2012 verbunden. "Wir waren nun in der Lage, Großanlagen zu entwickeln, die zum Beispiel mit Holzfaserresten Dampf und Energie selbst erzeugen", berichtet Griesche. "Bei Großpressen leiten wir auch heißes Öl hindurch." Die Anlagen werden immer komplexer und immer mehr Synergien nutzend.

Zu den weltweiten Kunden zählen Firmen wie Ikea, Duratex, BASF, Biomass, Alpine, Laminex, Nolte, aber auch zum Beispiel aus der Zuckerindustrie Pfeifer & Langen, Nordzucker, Südzucker und andere. Die Liste renommierter Firmen ist ellenlang. In Deutschland wartet der Dämmplattenhersteller Gutex auf einen zweiten Fasertrockner von Büttner. Die Montage soll in diesem Herbst abgeschlossen werden.

Quelle: RP
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