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Krefeld
Siggi Held - der Schweiger von Uerdingen wird 75

Krefeld: Siggi Held - der Schweiger von Uerdingen wird 75
Weltmeisterschaftsfinale 1966 im Wembley-Stadion: Siggi Held im Zweikampf mit Englands Abwehrrecken Jack Charlton. Held zeigt ihm die Hacken. FOTO: imago
Krefeld. Als Sigfried "Siggi" Held die Fußballschuhe für den FC Bayer 05 Uerdingen schnürte, war er 37 Jahre alt und hatte bereits an einem wichtigen Stück deutscher Fußballgeschichte mitgeschrieben. Jetzt wird er 75 Jahre alt.  Von Norbert Stirken

Im Nationaltrikot zählte er zur Elf, die 1966 in Wembley nach dem umstrittenen Tor zum 3:2 für England das Finale verlor. Vier Jahre später bei der WM in Mexiko nahm er am Jahrhundertspiel gegen Italien teil, das 3:4 nach Verlängerung für die Tifosi endete. Später entwickelte sich Held als Trainer zu einem Pionier der Branche.

Bayer 05 Uerdingens legendärer Vorsitzender Arno Eschler ging 1979 kein Risiko ein, als er den schon 37 Jahre alten gebürtigen Sudetendeutschen Sigfried "Siggi" Held für die Bundesliga unter Vertrag nahm. Für einen Fußballer war der stille und bescheidene Könner bereits im Rentenalter. Für die Krefelder absolvierte er 59 von 68 Spielen. In der ersten Saison in Blau-Rot stand der technisch versierte und laufstarke Stürmer sogar in allen 34 Partien auf dm grünen Rasen.

Uerdingens Stürmer-Star nimmt jede Hürde: Siggi Held bereitet sich mit Konditionstraining auf die Saison vor. Unten: Torhüter Manfred Kroke. FOTO: Horst Müller

Siggi Held war ein Sympathieträger, der nie großes Aufheben um seine Person gemacht hat. Dabei hätte er nach seinen sportlichen Erfolgen bei Kickers Offenbach, FC Bayer 05 Uerdingen und vor allem bei Borussia Dortmund und in der Deutschen Nationalmannschaft allen Grund dazu gehabt, sich medial zu vermarkten. Doch das war damals noch eine andere Zeit.

Siggi Held spielte sich vor allem in den Jahren 1965 bis 1972 in die Herzen der Fans. Mit Stars wie Lothar Emmerich und Reinhard "Stan" Libuda gewann er im Trikot des BVB gegen den hohen Favoriten vom FC Liverpool den Europapokal der Pokalsieger. Ein Jahr später stand er mit Uwe Seeler und Franz Beckenbauer in London bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Finale gegen England in der Anfangself. Das Resultat ist bekannt. Deutschland unterlag mit 2:4.

Krefelds Fußball-Profi Siggi Held gibt Autogramme an einem Tisch vor dem Uerdinger Rathaus. FOTO: Erhard Beier

Vier Jahre später wurde er - wieder mit Seeler und Beckenbauer - Dritter in Mexiko. Held gehörte zu der vielleicht besten deutschen Elf aller Zeiten, die mit Günter Netzer und Beckenbauer Ramba-Zamba spielte und England im eigenen Stadion 3:1 besiegte. Die Reihe unvergessener Begegnungen mit dem Beteiligten Siggi Held ließe sich fortsetzen.

Nach seinem Karriereende als Aktiver stieg Held ins Trainergeschäft ein und setzte unerwartete Akzente. An seiner ersten Station beim FC Schalke 04 schaffte er den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Mit Klubs aus der Türkei und aus Österreich feierte er auch international beachtliche Siege. Held betreute die Kicker von Gamba Osaka zu einer Zeit, als japanische Fußballer noch nicht so hoch im Kurs standen wie derzeit. Pionierarbeit leistete Held, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, als Nationaltrainer in Island, Malta und Thailand.

Siggi Held und Uerdingens Vorsitzender Arno Eschler bei der Vertragsunterzeichnung. FOTO: RP
Quelle: RP
 
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