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Krefeld
Sinfoniekonzert mit viel ungarischem Flair und Humor

Krefeld: Sinfoniekonzert mit viel ungarischem Flair und Humor
Tobias Feldmann, 26-jähriges Geigentalent, spielt das 2. Violinkonzert des Polen Henryk Wieniawski. FOTO: Kaupo Kikkas
Krefeld. Georg Fritzsch, Generalmusikdirektor in Kiel, erarbeitet mit den Niederrheinischen Sinfonikern Werke von Dohnanyi, Bartók und Wieniawski. Das Konzert beginnt morgen um 20 Uhr im Seidenweberhaus. Von Dirk Richerdt

Nicht zum ersten Mal geschieht es, dass ein Gastdirigent sich voll des Lobes über die Niederrheinischen Sinfoniker äußert. "Ich bin überrascht, in welch gutem Zustand dieses Orchester ist", sagte Georg Fritzsch (53) gestern. Eine solche Qualität sei bei einem Orchester dieser Größenordnung (B plus) "selten zu finden". Viermal wird der aus dem sächsischen Elbtal stammende amtierende Kieler Generalmusikdirektor in Krefeld und Mönchengladbach das Programm des sechsten Sinfoniekonzerts dieser Saison aufführen. In Krefeld am 30. Mai und 2. Juni, in Mönchengladbach am 31. Mai und 1. Juni. "Es ist ein sehr schönes und in seiner Kombination sehr stimmiges Programm", urteilt Georg Fritzsch. Sein Schwerpunkt heißt Ungarn, ein Land, das der frisch an die Münchner Musikhochschule berufene Dirigierprofessor seit 1984 mehrfach bereist hat.

Seine Suite "Landschaftsbilder aus Ungarn" schrieb Ernst von Dohnányi 1923 zum 50. Jahrestag der Vereinigung der Städte Buda und Pest zur neuen Hauptstadt Ungarns. Der als "ungarischer Brahms" gepriesene Komponist, dessen Familie übrigens mit dem ehemaligen Hamburger SPD-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi verwandt ist, gründet stilgeschichtlich in der klassisch-romantischen Tradition. In der genannten Suite greift von Dohnányi auf ungarische Volkslieder zurück, wie dies auch seine Kollegen Béla Bartók und Zoltán Kodály gern getan haben. "Hierzulande ist kaum bekannt, wie stark in dieser Musik mit durchaus nationalem Touch auch ein Motiv des Augenzwinkerns, des Humors zum Vorschein kommt", weiß Georg Fritzsch. Bartóks "Konzert für Orchester", am 1. Dezember 1944 im Exil in New York uraufgeführt, verbindet die sinfonische Großform mit dem Anspruch, jeder Orchestergruppe quasi eine solistische Aufgabe zu geben. "Jedes Instrument erhält seine große solistische Phase, dann hören ihm alle anderen zu", erklärt der Gastdirigent. Klagelieder, Kinderlieder, Tänze wie den Csárdás und weitere folkloristische Anleihen habe Béla Bartók mit großer Meisterschaft im Orchestrieren zu einem Klangopus größtmöglicher Farbenvielfalt entwickelt.

Der jüngste Musiker des Konzertabends heißt Tobias Feldmann. Das 26-jährige Geigentalent wird das 2. Violinkonzert des polnischen Komponisten und Violinvirtuosen Henryk Wieniawski (1835-1880) spielen. Ein spieltechnisches Hexenwerk, das dem Komponisten den Ehrentitel "Chopin der Geige" eintrug. Wieniawski hat sein Konzert einem ebenso virtuosen Kollegen, Pablo de Sarasate, gewidmet.

Termine: Dienstag, 30. Mai; Freitag, 2. Juni, jeweils 20 Uhr, Seidenweberhaus. Am Freitag, 19.15 Uhr, gibt Eva Ziegelhöfer eine Einführung.

Quelle: RP
 
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