| 00.00 Uhr

Krefeld
Sinfonieorchester fürs Kevelaerer Kredo

Krefeld: Sinfonieorchester fürs Kevelaerer Kredo
Hans-Jörg Boeckeler persönlich feiert den 50. Jahrestag seines Starts als Kirchenmusiker in Krefeld. 1967 nämlich begann er als Kantor in der Gemeinde St. Dionysius. FOTO: Lammertz
Krefeld. Hans-Jörg Böckeler hatte zwei Jahre an der Musik für das Kevelaerer Kredo gearbeitet. Nun hat er sich erneut an die Partitur gesetzt. Von Mojo Mendiola

Einen ganzen Strauß von Jubiläen und Gedenktagen hält Hans-Jörg Böckeler dieses Jahr in der Hand. Ganz persönlich feiert er den 50. Jahrestag seines Starts als Kirchenmusiker in Krefeld. 1967 nämlich begann er als Kantor in der Gemeinde St. Dionysius. Auf 375 Jahre Wallfahrt blickt die Gnadenkapelle in Kevelaer derweil zurück. Und weil Böckeler zu deren 350. gemeinsam mit Kaplan Wilhelm Willms das "Kevelaer-Credo" schuf, feiert dieses nun ein Vierteljahrhundert Aufführungsgeschichte. In all die Freude mischt sich allerdings auch die Trauer um Böckelers engen Freund und Weggefährten Wilhelm Willms, der vor 15 Jahren starb.

Als die beiden sich kennenlernten - Willms wirkte bereits an St. Dionysius, als Böckeler dazu kam - wehte der progressive Geist von Papst Johannes XXIII. und des Zweiten Vatikanischen Konzils durch die katholische Kirche, hatte die Gemeinde in der Krefelder Innenstadt jedoch noch nicht durchdrungen. Willms und Böckeler fühlten sich als Pioniere und erdachten gemeinsam neue Formen für die Glaubensverkündigung, vor allem neue Lieder. So prächtig, wie sie sich persönlich verstanden, so hervorragend funktionierten sie auch als modernes sakrales Songwriter-Team.

Von den "Gottesdiensten am Dienstagabend" bis zum österlichen "Anti-Tod-Festival" 1973 in der Fußgängerunterführung am Hauptbahnhof reichte die Palette der Ideen, die von den jungen Gläubigen bestens angenommen wurden, Außerdem trug der Verlag Butzon & Bercker in Kevelaer zur Verbreitung von Willms' Gedichten, Liedtexten und ganzen Gottesdiensten des beseelten Gespanns bei. Doch die Zeit an St. Dionysius währte nicht ewig.

Willms verließ die Gemeinde 1973, Böckeler 1975. Ihre Zusammenarbeit aber dauerte fort. 1976 schrieb Willms das so genannte "Kevelaerer Kredo", das als Büchlein wiederum bei Butzon & Bercker erschien, und der dortige Lektor Josef Heckens beauftragte Böckeler 1990, das Werk zu vertonen. Die zentrale Besonderheit des Textes liegt darin, dass die einzelnen Aussagen des Glaubensbekenntnisses nicht nur in neue Worte gefasst, sondern auch hinterfragt und angezweifelt werden, um dann - gerade aus dieser Reflexion heraus - aus vollem Herzen bestätigt zu werden. An der Musik arbeitete Böckeler damals zwei Jahre.

Nun hat er sich noch einmal an die Partitur gesetzt. Zu der ursprünglichen Instrumentalbegleitung durch eine Band hatte er ja schon einmal eine Streichergruppe gesetzt. Diesmal nun wird es ein ganzes Sinfonieorchester. "Ich konnte das Klassische und Zeitlose auf diese Weise besser herausarbeiten und dem Aufrüttelnden des Textes von Willms noch mehr Tiefe geben", erläutert der Komponist. Mehrere Stunden am Pult stehen kann er nicht mehr selbst, das wird seine Tochter Christiane Böckeler übernehmen. Aber die Gesangssolisten sind noch sämtlich die von der Uraufführung 1992: Inge Schumacher-Jäger (Sopran), Heike Müller-Böckeler (Alt), Michael Hanhardt (Rock-Tenor), Markus Wöckel (Bariton) und Jürgen Moll (Bass). Zusätzlich zu den Vokalsolisten, der Band, dem Streich-Ensemble Ad Libitum und dem 60-köpfigen Orchester achtet ein großer, gemischter Chor aus Dio-Chor, Kantorei der Friedenskirche Krefeld, dem Jugendchor "Credo 2017" und Mitgliedern des Karmelchors Duisburg auf Christiane Böckelers Taktstock.

CD: Dio-Chor + Band, Ewigkeit im Augenblick, Lieder zwischen Himmel und Erde in memoriam Wilhelm Willms, Takt-Records Nr. 000694, 12 Euro. Credo-Aufführung: Freitag, 30. Juni, 19 Uhr Friedenskirche / Eintritt 22 Euro, ermäßigt 18 Euro / Vorverkauf: 02151 - 97 85 75 u. 02151 - 66 83 23 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Sinfonieorchester fürs Kevelaerer Kredo


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.