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Krefeld
SkF startet "Projekt Flüchtlingslotsen"

Krefeld: SkF startet "Projekt Flüchtlingslotsen"
SkF-Vorsitzende Ulla Dietz (rechts) blickte gestern beim Neujahrsempfang auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Darüber hinaus stellte sie ein neues Projekt vor - die Flüchtlingslotsen. 2017 soll es sich bewähren. FOTO: Lammertz
Krefeld. Beim Neujahrsempfang des Sozialdienstes katholischer Frauen Krefeld kündigt die Vorsitzende Ulla Dietz eine neue Flüchtlingshilfe an. In diesem Jahr soll der Verein zur Ruhe kommen und sich auf Bewährtes konzentrieren. Von Julia Schleier

Vor eineinhalb Jahren, als die Flüchtlingswelle in Deutschland angekommen ist, startete der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Krefeld erste Hilfsprojekte für die Geflüchteten. Gegen Ende 2015 wurde das Haus "Refugium" für jugendliche, unbegleitete Flüchtlinge eröffnet. Dort leben derzeit neun Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen.

Auf dem gestrigen Neujahrsempfang des SkF verkündete die Vorstandsvorsitzende Ulla Dietz nun den Start des neuen Projektes "Flüchtlingslotsen". Fast ein Jahr lang wurde das Projekt mit fünf Pfarrgemeinden geplant, der SkF beschäftigt mittlerweile sogar eine Sozialpädagogin nur für dieses Projekt.

Hintergrund der neuen Flüchtlingshilfe ist, dass auch Geflüchtete, die in Deutschland bereits in eigenen Wohnungen leben, nicht alleine gelassen werden sollten. "Man darf die Flüchtlinge nicht nur aufnehmen, man muss ihnen auch Perspektiven schaffen", sagt Dietz. Teams von je zwei Ehrenamtlichen sollen Kontakt zu den Flüchtlingen aufbauen und ihnen bei Integrationsfragen zur Seite stehen. Dabei kann es sich unter anderem um den Einstieg ins Berufsleben, den Besuch von Schulen und Kindergärten oder den Spracherwerb handeln. Besonders sollen aber die Frauen im Zentrum der Arbeit stehen. Ulla Dietz freut sich sehr über das neue Projekt, da sie sich während ihrer Zeit beim SkF schon lange eine solche Anbindung an katholische Pfarrgemeinden gewünscht hatte. Vor etlichen der 153 ehrenamtlichen und mehr als 200 hauptamtlichen Mitarbeitern betonte Dietz, dass man auch andere Projekte nicht aus den Augen verlieren werde. Beim Rückblick auf ein "sehr bewegtes Jahr 2016" lobte sie den Ausbau des Projektes BeWo Mika, einem betreuten Wohnen für Frauen mit Handicaps. Es konnten neue Räume im Nachbarhaus der Geschäftsstelle bezogen werden, die den Bewohnern mehr Platz bieten. Außerdem sprach Dietz über die Betreuung des offenen Ganztages an nun acht Grundschulen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen laufe heute viel besser als noch vor einigen Jahren, da der Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben populärer geworden sei.

Stolz ist Dietz auf die drei Kindergruppen, die bis zu 30 Kinder im Alter bis zu drei Jahren auf die Kita vorbereiten, und auf die gute Vernetzung des SkF in Krefeld, beispielsweise zur Caritas und der Erziehungsberatungsstelle.

In diesem Jahr soll der Verein jetzt zur Ruhe kommen. "Wir müssen mit unseren Kräften haushalten und erst mal dafür sorgen, dass das Flüchtlingslotsen-Projekt gut anläuft", sagte Dietz. Erst wenn sich alle Projekte gut eingespielt haben, werde man wieder Neues in Angriff nehmen. Zudem gibt Dietz im September ihr Amt der Vorstandsvorsitzenden an Anne Schneider ab, die sich bereits seit eineinhalb Jahren im Vorstand engagiert. Parallel zum Neujahrsempfang eröffnete Dietz in der SkF-Geschäftsstelle an der Blumenstraße eine Bilderausstellung der Künstlerin Barbara Freundlieb. Seit dem Einzug in diese Räumlichkeiten vor sechs Jahren sind die jeweils sechs Monate dauernden Ausstellungen von Krefelder Künstlerinnen dort schon zur Tradition geworden. Von Freundlieb sind einige großflächige Acrylmalereien zu sehen und viele bunte Zeichnungen, die die Probleme von Frauen humorvoll darstellen. Vor allem die Originale ihrer Illustrationen aus dem Frauenkalender "KrefelderIN" weckten beim Neujahrsempfang das Interesse der Gäste.

Der kostenfreie Kalender, den sie in Zusammenarbeit mit dem "Runden Tisch Frau und Beruf" entworfen hat, weist auf alle wichtigen Veranstaltungen in Krefeld rund ums Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf hin. "Ich glaube, meine Bilder passen gut zur Frauenthematik des SkF, und ich freue mich sehr, hier ausstellen zu dürfen", sagt Freundlieb. Die Ausstellung kann an der Blumenstraße 17-19 besichtigt werden.

Quelle: RP
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