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Cd-Tipp
Smashfolk: Horny Pixies setzen auf Mississipi-Sound vom Niederrhein

Krefeld. Noch nicht so alt wie die 68er, aber deutlich geprägt von dem Folk-Boom, den diese Generation parallel zur großen Rock-Musik-Ära aufblühen ließ, und im Übrigen jung genug geblieben, um Straßenmusik zu machen - so könnte man das Völkchen der "Horny Pixies" beschreiben. Die Krefelder selbst nennen ihre Musik "Smashfolk" und drücken damit aus, dass sie stilistisch nicht den Puristen zuzuordnen sind, die oftmals eher Museumswächter als Musikanten sind. So spielt bei den Pixies auch ein Schlagzeuger mit, der Bass ist elektrisch, und bei den Interpretationen der ausgewählten Titel nimmt man sich auch Freiheiten, die vor nicht allzu langer Zeit noch als Ketzerei gegolten hätten. Jetzt hat die Band ihre zweite CD veröffentlicht: "How Horny Is That Then".

Zwar bleibt es auch nach mehrmaligem Anhören ein Irrtum, die ursprünglich aus Schottland stammende, aber erst durch den Iren Francis McPeake zu Ruhm gelangte Hymne "Wild Mountain Thyme" (hier: "Will Ye Go, Lassie, Go") im Uptempo zu verschandeln, die übrigen acht Titel aber lassen sich gutgelaunt genießen. Drei männliche Stimmen und die von Akkordeonistin Maria Arians-Kronenberg, sämtlich gekonnt geführt und in unterschiedlichen Konstellationen singend und sprechend arrangiert, sorgen ebenso für Abwechslung, wie das reiche, aber nicht in jedem Song komplett eingesetzte Arsenal an Saiten- und Percussion-Instrumenten, Flöten, Tuba und Glockenspiel. Auch für den guten Sound der Band ist übrigens eine Frau verantwortlich: Barbara Becker, die auch Gitarre spielt. Die übrigen Mitwirkenden des munteren Septetts sind Willi Stassen, Stefan Kempers, Rainer M. Langenbrinck-Dovergne, Karl van Betteraey und Alfred Dierks.

Die Lieder stammen aus Deutschland, Holland und dem Vereinigten Königreich. Bekanntes wie das schottische Volkslied "St. James Infirmary", das in den USA zum schwarzen Blues mutierte, ist ebenso dabei wie Unbekanntes, auch Lustiges wie der "Tomatenfisch" oder "Twee Emmertjes Water Halen". Mit "Rights Of Man" ist ein pfiffiges Instrumental dabei. Die Krönung kommt zum Schluss: "Eh La Bas", das ursprünglich in Kreolisch gesungene Anbandel-Lied aus dem Vergnügungsviertel von New Orleans, klingt mit karibischem Claven-Rhythmus bei den Horny Pixies vom Niederrhein so frech und frisch wie vor 100 Jahren am Mississippi.

CD: The Horny Pixies, "How Horny Is That Then", Eigenproduktion, erhältlich für 10 Euro unter Tel. 02823 88074 oder betteraey@googlemail.com

(MoMe)
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