| 00.00 Uhr

33 Grad
So lief der Hitze-Tag in Krefeld

33 Grad: So lief der Hitze-Tag in Krefeld
Sichtbar Freude hatten gestern diese jungen Damen (und der hinten etwas kritisch blickende junge Mann) angesichts der warmen Temperaturen im Neptun-Freibad Fischeln. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Unser Sommerreporter hat sich bei den 33 Grad am Freitag mal in Krefeld umgeschaut und zieht Bilanz zum Geschäft in Freibädern, Eiscafés und bei Rettungsdiensten. 

Die Hitzewelle, kann den Krefelder Pinguinen nichts anhaben. Die Humboldt-Pinguine kommen nämlich nicht aus der Arktis, wie viele fälschlich annehmen, sondern von der Pazifik-Küste Südamerikas und sind deshalb warme Temperaturen gewohnt. Ganze Heerscharen von Besuchern strömten gestern und vorgestern in die neue Anlage mit dem verlockenden Namen Pinguin-Pool, um die putzigen Frackträger beim Sonnerbaden und Planschen zu beobachten. Den Wasservögeln ging es trotz Temperaturen bis zu 33 Grad fantastisch. An der Pazifikküste Südamerikas, in Peru und Nordchile, fischen sie im kalten Humboldtstrom nach Sardellen und Makrelen. Im Krefelder Pinguin-Pool gefällt es ihnen, mit den Besuchern zu spielen, an ihren Schnürsenkeln zu knabbern und ihnen hinter der Glaswand im Wasser Pirouetten und Saltos zu zeigen. Ähnlich entspannt gehen auch die Kalifornischen Seelöwen mit den derzeitigen Temperaturen um. Die beiden jungen Weibchen aalen sich genüsslich in der Sonne, um sich immer wieder mit einem Sprung ins Wasser abzukühlen. Freilebende Kalifornische Seelöwen gibt es an der Pazifikküste Nordamerikas von Alaska bis Mexiko. Keine Lust auf ausgedehnte Sonnenbäder haben die Schneeleoparden. Doch wie alle Raubkatzen im Zoo haben sie genügend schattige Verstecke, in die sie sich während der heißen Stunden zurückziehen können. Tiger-Kater Beludru ist aufgrund seines hohen Alters generell nicht mehr oft auf der Außen-Anlage zu sehen. Über zahlreiche Besucher am Donnerstag freute sich auch das Team der Zoolotterie, das in voller Besatzung vor Ort war. So konnten am Feiertag stolze 2700 Lose verkauft werden. Der Erlös fließt in den Bau der neuen Erdmännchen-Anlage, die 2016 fertig sein soll.

Sieht aus wie ein mediterranes Plätzchen, ist aber ein Krefelder Balkon im Südbezirk, auf dem eine Leserin entspannt ihre Näharbeit verrichtete.

Vom städtischen Badeangebot machten die Krefelder gestern nur zögerlich Gebrauch. Anruf gestern zur Hauptbadezeit bei den Schwimmbädern: Das Badezentrum Bockum meldete um 15 Uhr rund 1000 Besucher. 150 Besucher befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Naturfreibad in Hüls. "Die meisten sind Stammpublikum", berichtete Bademeister Werner Bernhard. 200 waren es bei Neptun an der Mühlenstraße in Fischeln. Den offiziellen Krefelder Baderekord gab es übrigens am 18. August 2013, wie die Stadt gestern mitteilte: 11500 Badegäste strömten damals nach Bockum. 12 000 passen insgesamt rein.

10 kühle Freizeittipps für die Region FOTO: dpa, kjh sab

Die Krefelder Rettungsdienste mussten gestern vermehrt kollabierende Patienten verarzten. Große Brände musste die Feuerwehr bis zum späten Abend noch nicht löschen. Dennoch gibt es bereits eine höhere Gefahr. "Wir haben bereits Flächenbrände in diesem Jahr gehabt", berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Freibad-Check: Tipps aus der Region FOTO: AP, AP

Nette Geste vom Maria-Hilf-Krankenhaus. Neben kostenlosem Wasser werden die Patienten an besonders heißen Tagen auch mit Handfächern versorgt; "als kleine Geste, dass wir etwaige Belastungen durch die Sommerhitze wahrnehmen", sagte Sprecher Frank Jezierski.

Das nennt der RP-Sommerreporter mal einen angenehm temperierten Arbeitsplatz: Die Krefelder Stadtwerke haben in ihren Wasserwerken eine gleichmäßige Raumtemperatur um die 13 Grad Celsius, auch bei diesen sommerlichen Temperaturen. Die Mitarbeiter vor Ort benötigen deshalb auch weiterhin einen Pullover oder eine Jacke bei ihren Arbeiten im Wasserwerk. "Auch im Winter gibt es höchstens mal eine Abweichung von einem Grad Celsius", berichtete uns gestern Stadtwerke-Sprecherin Dorothee Winkmann, die auch darauf verweist, dass alle 31 neuen Straßenbahnen klimatisiert sind. "Heute laufen die Anlagen auf Hochtouren und versuchen, je nach Strecke und Häufigkeit der Türöffnung zwischen den Haltestellen, mindestens drei Grad unter der Außentemperatur zu bleiben. Gleichzeitig wird die Luft im Innenraum der Straßenbahnen entfeuchtet, so dass die Fahrgäste eine angenehme Umgebungsluft haben", sagte sie gestern.

Ältere Semester kennen noch diesen Glücksmoment, wenn der Lehrer verkündet, dass gleich hitzefrei ist. In Zeiten von Offenem Ganztag ist das allerdings heutzutage nicht mehr so einfach - für die Krefelder Schüler sind also auch in den kommenden Tagen die Chancen für hitzefrei nicht groß. Schulamtsdirektor Detlev Stein erinnerte auf Anfrage der Sommerreporter an die Regelung: "Es gibt eine eindeutige Erlasslage, die den Schulen bekannt ist. Die Entscheidung trifft der Schulleiter im Dialog mit dem Lehrerrat und den Schülervertretungen. Als Anhaltspunkt gilt, dass die Temperatur in den Räumen höher als 27 Grad Celsius ist." Wichtig: Die Regelung gilt nur für Grundschule und Sekundarstufe I, die Sekundarstufe II (Oberstufe) ist von der Regelung ausgenommen. Die Schule müsse auch sicherstellen, dass die Schüler im Falle von hitzefrei im Offenen Ganztag betreut werden können.

Eis verkaufen war gestern eine überaus clevere Geschäftsidee: Schon zur Mittagszeit gab es bei Caffé & Gelato am Krefelder Ostwall eine Schlange vor der Eistheke. Wegen der Hitze schmolz die eiskalte Erfrischung jedoch schnell weg. Die RP-Reporter haben sich deshalb vorsorglich gleich drei Bällchen bestellt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

33 Grad: So lief der Hitze-Tag in Krefeld


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.