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Krefeld
So sieht die neue Feuerwache für 37,5 Millionen Euro aus

Krefeld: So sieht die neue Feuerwache für 37,5 Millionen Euro aus
So soll die neue Feuerwache aussehen: Blick von der Neuen Ritterstraße auf die Einfahrten. Unten sieht man den Bau mit Blick von der Güterstraße aus (mittig das Glasfoyer, davor der Hof). FOTO: SKE
Krefeld. Die Mannheimer Tochter des französischen Konzerns SKE baut die neue Feuerwehr. 2016 soll die Wache bezugsfertig sein. Von Sebastian Peters

Seit Donnerstag Abend ist klar: Krefeld bekommt trotz Nothaushalts eine neue Feuerwache. Im Rathaus unterzeichneten Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Vertreter des Unternehmens SKE Facility Management GmbH einen Vertrag über eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP). Für 37,5 Millionen baut das Mannheimer Unternehmen SKE die Wache und tritt als Betreiber auf. Die Stadt Krefeld zahlt 30 Jahre lang rund 2,8 Millionen Euro an SKE, davon rund 785.000 Euro für das Gebäudemanagement, zwei Millionen für das Bauwerk. Nach Ablauf dieser Frist ist das Gebäude im Besitz der Stadt.

"Wir haben mit der Bezirksregierung gesprochen. Der Vertrag wurde genehmigt", sagte der Oberbürgermeister angesichts der prekären Haushaltslage. Kathstede betonte auch: "Nach 103 Jahren darf und muss sich Krefeld eine neue Feuerwache leisten."

Der Zeitplan sieht vor, dass im zweiten Quartal 2014 mit dem Bau begonnen wird, im Frühjahr 2016 soll er fertig sein. Der Erbauer, das Mannheimer Unternehmen SKE, ist eine Tochter des französischen Bauriesen Vinci. Zuletzt soll es nach Informationen unserer Zeitung noch einen großen Konkurrenten für Vinci gegeben haben – ein deutsches Unternehmen.

Die lange umstrittene Lösung einer öffentlich-privaten Partnerschaft ist nötig, weil im Krefelder Haushalt das Geld fehlt. "Wir blicken auf eine langjährige Erfahrung aus dem ÖPP-Bereich zurück", betonte Johannes Huismann, Geschäftsführer der SKE. Sein Unternehmen betreue 14 ÖPP-Projekte in Nordrhein-Westfalen, München, Nürnberg und im Kreis Offenbach. Huismann betont, dass die anstehenden Aufträge "nach Möglichkeit an lokale und regionale Unternehmen" vergeben werden sollen.

Die beiden Architekten Dörte Gatermann und Josef Knipping erklärten gestern anhand eines Modells ihre Vorstellungen des Neubaus. Die Feuerwache soll auf einem H-Grundriss mit verschiedenen Gebäudeensembles entstehen. In der Gestaltung nahm das Unternehmen Bezug auf die Krefelder Architektur: Die Feuerwehrwache wird aus dunklem Ziegel gebaut, der an die Häuser Lange und Esters anknüpft. "Das neue Bauwerk ist ein Quantensprung, der nicht Luxus ist, sondern absolut notwendig", betonte Stadtdirektorin Beate Zielke, in deren Verantwortungsbereich auch die Feuerwehr fällt. Bei der Krefelder Wehr, so machte deren Chef Josef Dohmen gestern deutlich, sei die Freude groß.

Der Neubau für das 230-köpfige Feuerwehrteam beherbergt Feuerwehr und Rettungsdienst, Leitstelle, Sporthalle, Kleiderkammer mit Wäscherei und Schneiderei, Instandhaltung und Logistik. Vor den Ruheräumen der Feuerwehrleute und den Büros der Feuerwehrchefetage gibt es Dachterrassen. Auch soll ein geöffneter Feuerwehrübungshof entstehen, dessen Abschluss das Brandhaus mit Übungsturm im östlichen Bereich bildet.

Die beiden getrennten Baukörper werden durch ein gläsernes Foyer verbunden, das Fläche für Ausstellungen, Informationsveranstaltungen, Führungen und Festlichkeiten bietet. Eine große, künstlerisch gestaltete Wand soll die Feuerwehr von außen erlebbar machen. Ein Künstler sei schon gefunden, sagte Dörte Gatermann. Sie sieht im Bereich der Güterstraße "sehr sehr großes Potenzial für die Stadtentwicklung." Die Feuerwache solle ein architektonischer Auftakt sein. "Wirtschaftlichkeit war aber ein großer Faktor", betonte sie.

Besucher erreichen die Wache über den Platz an der Güterstraße, der mit einem großen Baum, Licht-stelen, Pflanzbeeten, Wasserbecken und Sitzgelegenheiten Aufenthaltsqualität bieten soll. Der Platz soll nach den Ideen der Planer auch für öffentlichkeitswirksame Aktivitäten der Feuerwehr Raum bieten. In Richtung Norden wird die Krefelder Promenade verlaufen.

Imposant wird die Front zur neuen Ritterstraße hin sein: 29 Ausfahrten auf einer Länge von 170 Metern sollen dort genug Kapazität für schnelle Reaktion der Feuerwehr geben. Alle Alarmfahrten der Feuerwehr werden über die Neue Ritterstraße führen.

Die neue Feuerwache ersetzt das über 100 Jahre alte Gebäude an der Florastraße, das den gestiegenen Anforderungen eines modernen Feuerwehr- und Rettungsdienstbetriebes nicht mehr gerecht wird. Dort sollen Wohnungen und Dienstleistung entstehen, erklärte Baudezernent Martin Linne.

Bereits 2010 hatte die Stadt entschieden, das Grundstück Güterstraße/Ritterstraße, den ehemaligen Güterbahnhof, anzukaufen. Im November 2011 entschied die Politik, den Neubau der Feuerwache in öffentlich-privater Partnerschaft auszuschreiben. Von 23 Interessenten gaben neun Bieter einen Teilnahmeantrag ab. Von diesen neun Bewerbern wurden sechs zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert, fünf Bieter hatten bis zum Abgabetermin am 12. Juli 2012 ein Angebot abgegeben. Von September 2012 bis Juli 2013 prüfte die Stadt alle Angebote. Die Offerte der SKE Facility Management GmbH sei das wirtschaftlich und technisch beste, entschied die Stadt.

Quelle: RP
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