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Krefeld
So sieht Krefelds erste Grabeskirche aus

Krefeld: So sieht Krefelds erste Grabeskirche aus
Der in hellen Farben gehaltene Siegerentwurf von Theelen/Aulbur bewahrt das Raumgefühl des schlichten, an romanische Vorbilder angelehnten Kirchengebäudes. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Die Kirche St. Elisabeth von Thüringen am Inrath wird umgebaut und dann Platz für insgesamt 2400 Urnen bieten. Von Otmar Sprothen

Die Kirchengemeinde Heiligste Dreifaltigkeit wird die St.-Elisabeth-Kirche am Inrath, die zu dem aufgegebenen Kapuzinerkloster an der Hülser Straße gehörte, zu Krefelds erster Grabeskirche umwandeln. Dahinter steht der Gedanke, dass die neue Nutzung den Unterhalt des Kirchengebäudes trägt, ohne den engen Gemeindehaushalt zu belasten.

Unter den drei Vorentwürfen für die Umgestaltung der Kirche entschied sich die Kunstkommission des Bistums Aachen für den Entwurf der Mönchengladbacher Innenarchitekten Willi Theelen und Monika Aulbur. Diesem Urteil folgte auch der Kirchenvorstand. Theelen/Aulbur nutzen die vorhandenen Qualitäten des etwa 100 Jahre alten Kirchengebäudes, das entsprechend des auf Arme und Benachteiligte ausgerichteten Ordenskanons schlicht ausgestattet ist und an romanische Vorbilder anknüpft.

Die zellenartige Anordnung der Urnenwände (Entwurf Wyes/Dollen/Brede) soll individuelle Trauerräume schaffen, stört nach Ansicht der Jury aber den Raumeindruck. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Mit hellen Farben wollen die Architekten Tod und Trauer die Schwere zu nehmen und den Gedanken der Auferstehung betonen. Die Grabstätten der Urnen der Verstorbenen befinden sich in drei Bereichen in der Mitte des Hauptschiffes, beidseitig davon in den Rundbogennischen und später im Kreuzgang des Klosters. Die mittig im Kirchenschiff ruhenden halbhohen "Sarkopharg" genannten Blöcke mit den Urnenkammern geben den Blick frei auf den von einem schlanken Holzkreuz dominierten Altarraum. Die starren Kirchenbänke werden durch Stühle ersetzt, die ein ungestörtes Gedenken an jedem Ort in der Kirche gestatten.

In einer Seitenkapelle vor der Apsis ist ein "Locus Exspectationis" (Ort der Erwartung) vorgesehen, in dem auch das kostbarste Kunstwerk der Kirche, die Pietà, ihren Platz erhält. Hier können neben den Urnen auch Särge ausgestellt werden. "Wer sich beerdigen lassen möchte, kann dies auch weiterhin tun. Wir gehen dann von hier gemeinsam zum Friedhof," sagt der für das Projekt zuständige Pfarrer Klaus Stephan Gerndt.

Die farbigen Urnenkammern des Entwurfs von Lammsfuß/Ullmann und die Lichtinstallation an der Decke im Hintergrund gestalten den Raum laut Jury zu unruhig. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Zu den 2100 Urnenplätzen in der Kirche sollen noch rund 300 im Kreuzgang hinzukommen. Nach Ablauf der Pacht wird die Asche im Klostergarten in einen "Aschebrunnen" eingebracht. Die Schilder mit den Namen der Verstorbenen kommen dann in eine außen angebrachte Namensgalerie.

Die Krefelder Architekten Ulrich Wyes, Ralf Dollen und Frederik Brede hatten die Urnenblöcke in ihrem Entwurf ebenfalls mittig in das Kirchenschiff gesetzt und die Urnennischen in zimmerartige Räume unterteilt - was nach Ansicht der Jury den Raumeindruck stört. Der Entwurf der Bochumer Architekten Peter Lammsfuß und Markus Ullmann sah für die Decke eine aufwändige Lichtinstallation vor, was dem Auswahlgremium laut Pfarrer Klaus Stephan Gerndt zu unruhig und zu großstädtisch wirkte.

Quelle: RP
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