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Krefeld
Sonntag ist Tag des offenen Denkmals

Tag der offenen Denkmäler in Krefeld
Tag der offenen Denkmäler in Krefeld FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Kirchen, Kaserne und historische Produktionsstätten sowie Parks stehen in Krefeld im Blickpunkt. Zwölf mehr oder weniger bekannte Adressen können neu entdeckt werden. Von Petra Diederichs

Sie sind Zeugnisse vergangener Zeiten, Moden und Lebensgefühle - und sie liegen längst wieder auf Höhe des Zeitgeistes: historische Gebäude. Im Denkmal zu leben oder zu arbeiten, ist heute ein Qualitätsmerkmal. Voraussetzung: Das Architekturdenkmal ist entsprechend saniert. "Gemeinsam Denkmale erhalten" ist in diesem Jahr das Motto des bundesweiten "Tags des offenen Denkmals" am Sonntag, 11. September. In Krefeld können an diesem Tag zwölf Adressen erkundet werden - viele Gebäude, die den Krefeldern hinlänglich bekannt scheinen, können unter dem Gesichtspunkt des denkmalwerten Erhalts neu entdeckt werden. Die geöffneten Denkmäler in Krefeld:

Citykirche St. Dionysius 

Sie wurde 1752-56 als erste katholische Kirche in Krefeld errichtet. Vor der Reformation befand sie sich an der Stelle der heutigen evangelischen Alten Kirche. Der Namenspatron, der Heilige Dionysius, war erster Bischof von Paris im 3. Jahrhundert. Er soll der Legende nach seinen Kopf nach seiner Enthauptung bis zu seiner Begräbnisstätte getragen haben. Die Kirche am Dionysiusplatz ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet, um 12.30 Uhr gibt es eine Orgelführung, um 15.30 Uhr eine Kirchenführung.

Ev. Lutherkirche

1900 erhielt der Architekt Eduard Arnold aus Mannheim den Auftrag zum Bau der Kirche. Ihre Markenzeichen: ein dreigeschossiger Glockenturm mit zwei seitlichen Querbauten, Stilistiken der Neoromanik, die mit neogotischen und Jugendstilelementen ergänzt wurden. Besonders prachtvoll ist das Rosettenfenster. Spektakulär war seinerzeit, dass die Sakristei tiefergelegt wurde, damit die Orgel auf der gesenkten Empore Organist und Prediger näher verband. Geöffnet 12-17 Uhr, Führungen 12.30 und 15 Uhr, Lutherplatz.

Geismühle

Die Mühle ist nach ihrem Standort, einer Geest (trockener, unfruchtbarer Sandrücken), benannt. Die Turmwindmühle aus Backstein war im 13. Jahrhundert ursprünglich Wehrturm der zur Burg Linn gehörenden Befestigung. Die Schießscharten sind noch sichtbar. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts ist sie Windmühle. Der Mühlenbetrieb wurde 1944 eingestellt. Doch die Mühle ist noch voll funktionsfähig. Geöffnet 10 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf, An der Geismühle.

Villa Merländer

Sie war Wohnhaus des jüdischen Seidenhändlers Richard Merländer. Heute ist dort die NS-Dokumentationsstelle der Stadt untergebracht sowie ein Teil des Kulturbüros. Sehenswert sind die großen Wandgemälde, die Heinrich Campendonk in Merländers Auftrag kreierte. Geöffnet 11 bis 17 Uhr, Führungen 11, 12, 13 und 14 Uhr. 15 bis 16.30 Uhr: Café mit klassischem Kuchen und "Offenes Singen", Friedrich-Ebert-Str. 42

Haus Steinert 

1929 hat der Architekt Hans Poelzig es für den Krefelder Fabrikanten Friedrich Steinert errichtet. Es ist das einzige Einfamilienhaus, das er je für einen konkreten Bauherrn geplant hat und sein einziges Zeugnis in NRW. Geöffnet 11 bis 17 Uhr, Kliedbruchstr. 67.

Altes Uerdinger Rathaus 

Erbaut wurde es 1725. Die Grundrissaufteilung ist weitestgehend noch original. Das Haus am Marktplatz 10 wurde unter anderem als Uerdinger Stadtarchiv und seit 1979 von der Kreisgemeinschaft Insterburger Stadt und Land genutzt. Geöffnet 11 bis 16 Uhr, Führungen 11 bis 12 Uhr.

Stadtgarten und Musikpavillon

Das jüngste Beispiel geglückter Restaurierung. 1819 war der Stadtgarten zwischen Steinstraße und Nordwall der erste kommunale Friedhof Krefelds, heute lockt er Spaziergänger und Musikfreunde. Führungen: 11 Uhr durch den Stadtgarten (Treffpunkt: Eingangstor Stadtgarten St. Antonstraße), 12 und 15 Uhr: zum Musikpavillon (Treffpunkt: am Musikpavillon).

Verseidag

Die Gebäude an der Girmesgath 5 gehören zu den letzten, die der berühmte Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe vor seiner Emigration in die USA verwirklicht hat - und es sind die einzigen Produktionsgebäude. Führung 11 und 14 Uhr, Treffpunkt Gebäude A6.

Ehemalige Husarenkaserne

Wo 1906 bis 1918 das Husarenregiment Kaiser Wilhelms II. residierte, firmiert heute das Salvea-Gesundheitszentrum, Westparkstraße 107. Durch die Restaurierung ist manches vom alten Glanz wieder nachvollziehbar. 10.30 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen 13 und 15 Uhr.

Haus der Seidenkultur

Die Vergangenheit der Paramentenweberei, aber auch die textiltechnischen Innovationen der Neuzeit bewahrt und präsentiert Krefelds kleines Museum an der Luisenstraße15. Geöffnet 11 bis 17 Uhr, Führungen zu jeder vollen Stunde.

Et Klöske

Einst war es das Gasthaus Zum Heiligen Michael, wurde aber im 14. Jahrhundert bereits als Hospital für Arme genutzt. Heute ist es Sitz der Schlaraffia. Sehenswert sind vor allem die Secco-Malereien an Wänden und Decken. Geöffnet 11 bis 17 Uhr, Oberstraße 29.

Landschaftspark Heilmannshof

Bruchwald, Gewässer und Parkanlage gehen hier eine Vorzeige-Verbindung ein. Angelegt wurde der private Park um 1860 und in den 1930er Jahren großzügig erweitert durch den Gartenarchitekten Baron von Engelhard. Der Park wurde 2002 mit dem Krefelder Denkmalpreis ausgezeichnet. Geöffnet 11 bis 17 Uhr; Führungen um 13 und 15 Uhr, Maria-Sohmann-Straße 93.

Der Eintritt beim Tag des offenen Denkmals ist frei.

(heute Mies van der Rohe-Businesspark)
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