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Sorge um Kützhof
Historisches Juwel in Krefeld-Inrath in Gefahr

Sorge um Kützhof in Krefeld-Inrath
Historiker Christoph Dautermann schätzt das Gebäude des Kützhofs älter ein als 200 Jahre. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Krefeld-Nord möchte wissen, wie es um den Kützhof an der Inrather Straße bestellt ist. Die Partei beantragt, die Verwaltung zu bitten, einen Sachstandsbericht zum baulichen Zustand des Denkmals sowie über eventuelle aktuelle Planungen zur Nutzung vorzulegen.

Die Sitzung ist am 24. Mai. Der Kützhof wird als historisches Juwel Krefelds eingeschätzt.

Der Hof wird erstmals in einem Verzeichnis von 1476 erwähnt. Er war, wie so viele andere Inrather Höfe, der Abtei Meer lehnspflichtig. Jährlich schuldete man dem Kloster ein Huhn und ein Bund Flachs. Im Laufe der Jahrhunderte bauten die Generationen ständig um und an. Die Frontwand des sogenannten Torhauses besteht aus Backstein und weist die Jahreszahl 1819 auf. Das Gebäude ist aber laut Bauhistoriker Christoph Dautermann (stellvertretender Leiter des Museums Burg Linn) in seiner Keimzelle wesentlich älter. Um eine solche alte Zelle wurde auch das Haupthaus auf dem rückwärtigen Grundstücksteil erstellt. Hier ist ein Maueranker von 1791 eine wertvolle Datierungshilfe. Schon im Mittelalter hat wohl eine offene Feuerstelle die Eichenbalken rußgeschwärzt. Im 19. Jahrhundert muss ein reicher Bauer Kütz das Anwesen bewohnt haben. Er leistete sich einen Anbau mit "Kölner Decken".

Zuletzt wurden 2006 Pläne des damaligen Besitzers öffentlich, den Kützhof zu sanieren. Doch wurde schließlich nichts daraus. Seitdem ist unklar, wie es mit dem historischen Komplex weitergeht.

(vo/lez)
 
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