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Internationale Architekturkampagne
SOS Brutalismus - rettet die Betonmonster

Internationale Architekturkampagne: SOS Brutalismus - rettet die Betonmonster
Das Seidenweberhaus in Krefeld. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Während in Krefeld heftig über zukünftige Pläne rund um den Theaterplatz gestritten wird, ist das Seidenweberhaus - von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt- zum Gegenstand einer internationalen Architekturkampagne geworden.

"SOS Brutalism" heißt das gemeinsame Projekt der Wüstenrotstiftung und des Deutschen Architektur Museums (DAM) in Frankfurt. Ziel ist die weltweite Bestandsaufnahme, Information und Aufforderung, die vielerorts ungeliebten Sichtbeton-Bauwerke neu zu betrachten.

Als "Online-Rettungskampagne" für die weltweit von Abriss und Umgestaltung bedrohte brutalistische Architektur im Oktober 2015 gestartet, zeigt die ständig aktualisierte Website "www.SOSBrutalism.org" inzwischen 1097 Bauten, die sich der Brutalismus Architektur zwischen 1953 und 1979 zuordnen lassen. "Sie sind nach dem Vorbild eines Artenschutzprojekts in verschiedenen Gefährdungsstufen gegliedert", beschreibt die Wüstenrot-Stiftung den Ablauf der weltweiten Bestandsaufnahme, und mittlerweile werden 120 Bauten auf der "Roten Liste" markiert, die als unmittelbar vom Abriss bedroht gelten. Unter ihnen das Krefelder Seidenweberhaus.

Bereits abgerissene Gebäude sind schwarz gekennzeichnet, blaue gelten als "gerettet" und bereits saniert, und die grau markierten Gebäude sind "weitgehend im Originalzustand erhalten, aber nicht auf einer Denkmalliste eingetragen". Auf der in englischer Sprache abgefassten Seite wird dazu eingeladen, sich über die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter oder andere an der Diskussion, um Erhalt oder Abriss zu beteiligen, beziehungsweise fehlende Information zu den jeweiligen Gebäuden beizusteuern, um ihren Erhaltungszustand mit historischen und aktuellen Fotos zu "portraitieren".

Die Initiatoren hoffen mit ihrem Projekt auf eine Aktivierung der "Forschung zum Brutalismus" und weisen auf ihrer Website darauf hin, dass die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1000 Bauten mit dazu dienen soll, die aktuell in Frankfurt unter dem Thema "SOS-Brutalismus - rettet die Betonmuster" (SOS Brutalism - Save The Concrete Monsters) stattfindende Ausstellung "in das Internet zu erweitern".

Ausstellung: SOS Brutalism- Save The Concrete Monsters!, Deutsches Architekturmuseum,bis 2.April 2018.

(frie)
 
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