| 17.33 Uhr

Krefeld
SPD: Museums-Neubau prüfen

Krefeld. Der Vorschlag von CDU-Fraktionschef Fabel, auf dem Theaterplatz ein neues Museum zu bauen, bringt Bewegung in die Städtebau-Debatte. Vor allem gibt es Zweifel am Sinn der Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums. Von Jens Voss

Der Vorschlag von CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel, das Seidenweberhaus abzureißen und dort ein neues Museum mit Veranstaltungshalle zu bauen, bringt Bewegung in die Debatte um die städtebauliche Zukunft Krefelds. Zustimmung für Fabel gab es besonders in einem Punkt: Das Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM) ist auch nach der Sanierung nicht ideal für ein Museum.

Städtebaulich wurde der Vorschlag eines neuen großen Wurfes auf dem Theaterplatz nicht rundweg abgelehnt – Skepsis entzündete sich an der Frage der Finanzierung. Fabel hatte vorgeschlagen, auf die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums und des Seidenweberhauses zu verzichten und stattdessen auf dem Theaterplatz neu zu bauen. Die SPD zeigte sich bereit, Fabels Vorschlag zu prüfen.

"Ich will nicht sagen, dass die Idee von vornherein von der Hand zu weisen ist", sagte SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen und erinnerte an einen ähnliches Modell von ihm selbst: Er hatte vorgeschlagen, in den weitläufigen Gärten der Häuser Esters und Lange einen Museumsneubau zu errichten – "damals bin ich ausgelacht worden, auch von Herrn Fabel". Hahnen warf Fabel Inkonsequenz vor: Der CDU-Politiker habe mit seine Hand dafür gehoben, dass der Haushalt der Stadt erst im Dezember verabschiedete werde: "Das heißt, vor Mitte nächsten Jahres könnte man ohnehin nichts machen."

FDP-Fraktionschef Joachim Heitmann teilt Fabels Sorge, dass der Kostenrahmen von 13,5 Millionen Euro für die KWM-Sanierung nicht zu halten sei. Die FDP hat nun beantragt, das Thema in der nächsten Kulturausschuss-Sitzung zu behandeln. Heitmann schlug auch vor, sich nicht von dem ECE-Plan zum Bau eines Shoppingcenters (das sich vom Horten-Gebäude aus über den Theaterplatz erstrecken würde) zu verabschieden: "Die Frage ist, ob wir nicht beides zusammenbinden und mit ECE ein Gesamtpaket schnüren können, das eine Veranstaltungshalle und eine Lösung für ein Museum beinhaltet."

Zur Idee eines Museumsneubaus sagte Heitmann: "Da fehlt uns das nötige Kleingeld." Der Immobilienkonzern ECE plant bislang, in seinem Shoppingcenter auch Veranstaltungsräume als Ersatz für das Seidenweberhaus zu integrieren.

Die Grünen finden im Fabel-Vorschlag eine ihrer zentralen Positionen wieder: kein Shoppingcenter auf dem Theaterplatz, keine Ausdehnung der City nach Norden. Grünen-Fraktionschefin Stefanie Mälzer hält den Fabel-Plan allerdings für unfinanzierbar. Und sie fragt: "Was soll aus dem Kaiser-Wilhelm-Museum werden? Der Komplex ist eines der großen historischen Gebäude in der Stadt. Sollen wir es leer stehen und verfallen und den Westwall dort veröden lassen?"

Der Architekt, der die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museum betreut, Winfried Brenne, wies gestern Fabels Befürchtung zurück, der Kostenrahmen von 13,5 Millionen Euro werde gesprengt. "Dafür gibt es nicht mal im Ansatz Anzeichen", sagte er unserer Zeitung.

Fabel selbst blieb gestern auf Nachfrage bei seiner Einschätzung: "Ich kenne keinen einzigen Umbau, der nicht am Ende teuer als geplant war, weil man einfach nicht weiß, was drin ist."

Quelle: RP
 
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