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Krefeld
SPD stellt drei Kandidaten für zwei Landtagswahlkreise vor

Krefeld. Die Delegierten entscheiden am 18. Juni, ob Uwe Leuchtenberg oder Benedikt Winzen kandidieren. Ina Spanier-Oppermann steht für den Norden schon fest. Von Falk Janning

Eine ganz neue Erfahrung machten in den vergangenen Wochen die Sozialdemokraten aus Krefeld und Tönisvorst. Bei der Suche nach ihren Kandidaten für die Landtagswahl im Mai des nächsten Jahres mussten sie sich erstmals zusammensetzen, da Tönisvorst dem Krefelder Wahlbezirk zugeordnet wurde, die Menschen in Tönisvorst und im Krefelder Süden also erstmals gemeinsam einen Abgeordneten im neu geschaffenen Wahlkreis Krefeld-Süd bestimmen. "Wir kannten uns gar nicht", sagten gestern Nachmittag Ralph-Harry Klaer und Helge Schwarz, die SPD-Vorsitzenden aus den beiden Städten.

In den vergangenen acht Wochen haben sich die Parteispitzen zusammengesetzt und die gemeinsamen Themen beider Städte herausgearbeitet und ihre Ziele besprochen. Auf einen Nachfolger für den verstorbenen Krefelder Landtagsabgeordneten Uli Hahnen wollten und konnten sie sich nicht aber einigen. "Wir wollten der Basis die Entscheidung nicht abnehmen", erklärte Klaer gestern. Am 18. Juni sollen die SPD-Delegierten bei einer Konferenz nun die Entscheidung zwischen den beiden höchst unterschiedlichen Bewerbern treffen: Für die Krefelder geht Nachwuchsmann Benedikt Winzen ins Rennen und für Tönisvorst der erfahrene Uwe Leuchtenberg. Beide betonten gestern, dass es nicht um ihre Person geht. "Es ist völlig gleichgültig, wer das Rennen macht, es geht um die Partei", sagten sie pflichtgemäß.

Leuchtenberg saß bereits im NRW-Parlament: Der 58-jährige Industriefachwirt wurde 2005 in den Landtag gewählt und war dort energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ist seit 40 Jahren aktiv in der Politik und aktiver Gewerkschafter. "Ich bin politisch deutlich links, aber dennoch Realist", sagte er. "Ich möchte die 40-, 50-, 60-Jährigen zurückholen, die uns verlassen haben". Die Erfahrung ist der große Vorteil des gebürtigen Tönisvorsters. "Ich bin noch gut vernetzt mit dem Landtag, ich werde viele Dinge nur neu beleben müssen", sagt er. Er strich "die vielen gemeinsamen Themen zwischen Tönisvorst und Krefeld" heraus, nannte die Flugroute über den Städten. Ein Youngster auf der Polit-Bühne ist Benedikt Winzen. Der 31-Jährige war bis vor drei Jahren Vorsitzender der Jusos und ist Mitglied des Stadtrates. "Ich musste neben meinem Wirtschaftsrecht-Studium arbeiten, weil die Finanzierung sonst nicht möglich gewesen wäre", sagt er. "Es ist möglich, erfolgreich zu sein, auch wenn man nicht aus einer reichen Familie kommt", sagt er. "Aber die Rahmenbedingungen sind schwierig. Ich möchte Chancengleichheit schaffen."

Für den Wahlkreis Krefeld-Nord, dessen Zuschnitt sich nicht ändert, waren sich die Krefelder Sozialdemokraten schnell einig. Die Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann wird erneut antreten. Die 54-jährige Rechtswissenschaftlerin hatte bei der vorgezogenen Landtagswahl im Mai 2012 für eine Überraschung gesorgt, als sie den Favoriten Winfried Schittges mit 33,86 Prozent deutlich hinter sich ließ.

Quelle: RP
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