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Krefeld
SPD will Binnenschiffer mit Strom versorgen

Krefeld: SPD will Binnenschiffer mit Strom versorgen
Die Binnenschiffer sollen in der Zeit, in der sie im Hafen anliegen, Strom aus einer zu schaffenden Infrastruktur beziehen können. FOTO: PLH
Krefeld. Krefeld soll von einem neuen Programm des Bundes profitieren: Der Krefelder Hafen soll für seine Binnenschiffer eine Infrastruktur zur Stromversorgung während der Anlegezeiten aufbauen. Das ist deutlich besser für die Luftreinhaltung, als die Nutzung der Schiffsdiesel. Von Norbert Stirken

Die Stadtverwaltung soll auf Antrag der SPD die Chancen zur Realisierung prüfen.

Die Binnenschifffahrt verursacht einen beträchtlichen Teil der Luftverschmutzung mit Feinstaub. Das liegt unter anderem daran, dass die Dieselmotoren so langlebig sind. Anders als bei Autos, die im Durchschnitt sechs bis sieben Jahren genutzt werden, hält ein Schiffsmotor gut 90 Jahre - dementsprechend veraltet sind die Anforderungen des Umweltschutzes, die sie erfüllen können. "Dieselmotoren verursachen in Binnenschiffen die gleichen gesundheitsschädlichen Luftschadstoffe wie im Straßenverkehr", erklärte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) im WDR. "Betrachtet man den Rhein nach den Schadstoffmengen, die durch die Binnenschiffe freigesetzt werden, so ist er mit einer stark befahrenen Autobahn vergleichbar."

Gabi Schock, Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung sowie Landwirtschaft, will nicht länger zusehen und einen ersten Schritt in die richtige Richtung machen. Für die Sitzung des Fachausschusses am Mittwoch, 9. Mai, beantragt sie die Verwaltung damit zu beauftragen, das Für und Wider für eine so genannte Landstromversorgung im Krefelder Rheinhafen in Abstimmung mit den Stadtwerken Krefeld (SWK) zu beraten.

In den im Rheinhafen angesiedelten Firmen arbeiten Tausende Menschen. FOTO: Rheinhafen

Den Hintergrund für diesen Vorstoß liefert der Koalitionsvertrag der Bundesregierung und die in ihm aufgezeigten "Bestrebungen zur Einrichtung einer Landstromversorgung und die damit einhergehende Förderung innovativer Hafentechnologien". Sie sollen unter Berücksichtigung der Möglichkeiten für eine finanzielle Förderung die Realisierbarkeit prüfen und Ergebnisse darüber hinaus in einen Planentwurf einfließen lassen. Der soll vor allem mit dem Ziel, Schadstoffemissionen zu vermeiden, erarbeitet werden. Über so genannten Landstrom könnten Fracht-, Transport- oder Reiseschiffe umweltschonend und kostengünstig während der Liegezeiten in Häfen mit Strom versorgt werden. Für die Erzeugung des Bordstroms könne dann auf die schadstoffbelastete Energieversorgung über die Bordmotoren mittels Schiffsdiesel verzichtet werden. Der Lärm und der CO2-Ausstoß lassen sich auf diese Art deutlich senken, erklärte Gabi Schock zur Begründung ihres Antrags.

Die Versorgung mit Landstrom könne somit wesentlich dazu beitragen, die Luftverschmutzung durch Emissionen aus der Schifffahrt zu verringern. Die neue Bundesregierung habe deshalb im Koalitionsvertrag vereinbart, technologieoffene Initiativen zugunsten alternativer Antriebe und Energiequellen in der Schifffahrt und in den Häfen (Flüssigerdgas (LNG), Wasserstoff/Brennstoffzelle, Methanol, Elektromobilität) zu verstärken, berichtet die SPD-Ratsfrau. Deshalb solle unter anderem eine flächendeckende Landstromversorgung für die deutschen Häfen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sei eine Verlängerung des Förderprogramms "Innovative Hafentechnologien" über das Jahr 2020 hinaus geplant, sagte sie.

Die Einbeziehung des Rheinhafens in die gesamtstädtischen Planungen und Maßnahmen könne daher einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und Emissionsvermeidung in Krefeld leisten. Dazu sollte frühzeitig auf Förder- und Unterstützungsprogramme zur Errichtung einer umweltfreundlichen Hafeninfrastruktur zurückgegriffen werden, regte die SPD-Ratsfrau an.

Quelle: RP
 
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