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Krefeld
SPD will offenen Machtkampf um Kandidatur vermeiden

Krefeld. Die Genossen in Moers sind verschnupft, weil Krefeld sich die Option eines Bundestagskandidaten offenhält. Von Jürgen Stock und Jens Voss

Die Ankündigung der Krefelder SPD, im innerparteilichen Wettstreit um die Bundestagskandidatur für den Wahlkreis 114 (Krefeld II und Wesel II mit Moers, Neukirchen-Vluyn und Krefeld-Nord) möglicherweise doch einen Kandidaten aufzustellen, hat für Unmut in Moers gesorgt. Mit deutlicher Zurückhaltung hat gestern der Vorsitzende der SPD im Kreis Wesel, René Schneider, auf diese Nachricht reagiert. "Ursprünglich hatten wir vereinbart, dass das bis zu Beginn der Sommerferien geschehen sollte", sagte er. Der Landtagsabgeordnete war von den drei Ortsverbänden beauftragt worden, die Kandidatenaufstellung zu organisieren. Gestern sollte eine gemeinsame Sitzung der Moerser und der Krefelder SPD den sich abzeichnenden Konflikt im Keim ersticken. Im Kern hält sich Krefeld allerdings die Option eines eigenen Kandidaten offen.

SPD-Chef Ralph-Harry Klaer wollte gestern sichtlich dem Eindruck entgegentreten, dass er in Quoten und Regionalproporz denkt. "Der SPD-Vorstand ist sich einig, dass für beide Wahlkreise nicht nur der beste Kandidat, sondern vielmehr der beste Abgeordnete gefunden werden muss", sagte Klaer auf Anfrage unserer Redaktion. "Es kommt nicht so sehr darauf an, wo im Wahlkreis ein Abgeordneter wohnt, es kommt darauf an, einen für den gesamten Wahlkreis hervorragenden Abgeordneten zu finden. Wir in Krefeld haben mit Siggi Ehrmann beste Erfahrungen gemacht. Das gilt für seine bundespolitische Kompetenz, sowie wenn es um die Vertretung der Krefelder Interessen geht. Unter diesen Aspekten werden wir uns in Krefeld Mitte August zu der Kandidatenfrage äußern." Die Unterbezirke haben vereinbart, die Kandidaten im September an der Parteibasis vorzustellen. Namen wurden noch nicht benannt. Der Krefelder Vorstand will am 19. August festlegen, ob und wen er den Delegierten für den Bundestag vorschlagen wird. Wie berichtet, soll dann am 30. September die gemeinsame Wahlkreisdelegiertenkonferenz stattfinden, auf der ein Kandidat der SPD festgelegt wird.

Quelle: RP
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